1. Viel Treppensteigen und ein Fahrrad in jeder Familie, in Südafrika ist das kaum vorstellbar

    14-köpfige Abordnung des Partnerkirchenkreis Devhula-Lebowa ist zu Gast / Senioren-Pflegeheim erhält Besuch

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    RINTELN (km). Auch wenn in Südafrika derzeit Winter ist: Die 14-köpfige Abordnung Partnerkirchenkreis Devhula-Lebowa gab lächelnd unisono zu, dass sie langsam müde sei von ihrer 14-tägigen Tour durch das Schaumburger Regenwetter. Bei ihrer Abschiedsvorstellung in der Superintendentur formulierten die neun Musiker und fünf Begleiter noch einmal ihre Eindrücke und arbeiteten die signifikanten Unterschiede zwischen südafrikanischer und deutscher Kirche heraus.

    Im Beisein von Superintendent Andreas Kühne-Glaser intonierten die Gäste, und zwar alle 14, wie selbstverständlich auch zwei Lieder - und verdeutlichen anschließend einen der ersten Unterschiede: "Wir hören keine Musik, wir machen Musik oder wir tanzen dazu."

    Entsprechend karg ausgerüstet sind denn auch die Kirchen in dem Kreis, der so groß ist wie Schleswig Holstein und 11.000 Mitglieder hat: Orgeln gibt es in Deutschland praktisch überall zu bestaunen, in Südafrika hat eine Kirche bestenfalls ein Klavier. Gefallen haben den Gästen unter anderem auch die vielfältigen bildlichen Darstellungen der Evangelien - das sei nicht zuletzt gut für solche Leute, die weder lesen noch schreiben können.

    Überrascht zeigten sich die Besucher auch über diverse Dinge außerhalb der Kirche. So besäße fast jeder Deutsche ein Fahrrad, und sei damit auch permanent unterwegs. Das sei ebenso gesund, so der Gruppensprecher, wie Treppensteigen - denn auch das sei in der südafrikanischen Architektur kaum vorgesehen.

    Zu einem besonderen Moment entwickelte sich ein Besuch im Senioren-Pflegeheim am Seetor, wo die Gäste zunächst darüber staunten, dass es überhaupt ein Haus für alte Menschen gebe. Als sie dort schließlich einigen Bewohnern ein Ständchen "mit Anfassen" brachten, sollen bei denen vor Rührung sogar Tränen geflossen sein. Ein wenig enttäuscht waren die Gäste am Ende darüber, dass selbst in Hannover kein "Deutschland"-Trikot aufzutreiben gewesen sei.

    Dafür wurden sie aber in Wittenberg souvenirmäßig fündig. Und das war unter dem Strich wohl auch erheblich wichtiger: Denn die Luther-Stadt ist für die südafrikanischen Christen fast wie ein Wallfahrtsort. -

    Der Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg pflegt den Kontakt mit dem Kirchenkreis von der Südhalbkugel bereits seit über 30 Jahren. Man besucht sich wechselseitig in der Regel alle zwei Jahre.

    Die 14 Afrikaner hatten diesmal einen richtig dichten Terminkalender mit viele Besichtigungen und Besuchen.

    Ein besonderes Ereignis war dabei ein Musik-Workshop dessen Ergebnisse am vergangenen Sonntag auf dem Obernkirchener Kirchplatz präsentiert wurden. Foto: km

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