1. Ein bekanntes Flugobjekt schwebt über Bad Nenndorf

    Polizei schickt einen ferngesteuerten elektronischen Helfer in die Luft

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    BAD NENNDORF/HASTE (bb). Die Polizei setzt zur Vorbereitung des Einsatzes während des sogenannten Trauermarsches von Rechtsextremen in Bad Nenndorf ein kleines ferngesteuertes Flugobjekt ein. Am heutigen Mittwoch, dem 25. Juli, lassen die Beamten das "unbemannte Drehflügler-System" über der Kurstadt schweben, um die aktuellen örtlichen Begebenheiten zu fotografieren.

    Nein, es ist kein Ufo, kein unbekanntes Flugobjekt, das am heutigen Mittwoch in Bad Nenndorf unterwegs sein wird. Zwei Beamte der Zentralen Polizeidirektion werden das Gerät vielmehr in der Luft steuern, um ihren Kollegen die gründliche Vorbereitung auf den Einsatz beim sogenannten Trauermarsch in Bad Nenndorf zu ermöglichen. Während eines Pressetermins stellten Gabriela Mielke, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, Dirk Plattenteich von der Zentralen Polizeidirektion Hannover und seine beiden als "Luftfahrzeug-Fernführer" ausgebildeten Kollegen Matthias Hein und Sven Wendt das "Drehflüglersystem" vor, das ohne seine lange Antenne in einem Umzugskarton untergebracht werden könnte. Ziel sei es, die Bürger in Bad Nenndorf über den Einsatz zu informieren, um Unsicherheiten angesichts des kleinen Fluggerätes zu vermeiden, wie Gabriela Mielke festhielt.

    Am gestrigen Dienstag ließen die Polizisten das "UAS-Pol" (UAS steht für "Unmanned aircraft system" also unbemanntes Luftfahrzeug) am Haster und Bantorfer Bahnhof aufsteigen, heute folgt der Einsatz in Bad Nenndorf. Dabei werden die aktuellen örtlichen Begebenheiten dokumentiert, wie Dirk Plattenteich betonte. Baustellen und andere eventuelle Sperrstellen sollen so festgehalten, Zuwegungen, die etwa nicht auf Karten verzeichnet sind, erkannt werden. Schließlich gilt es für die Beamten, Zusammenstöße zwischen Rechtsextremen und Gegendemonstranten zu verhindern, dabei aber auch etwa Verkehrsstaus zu vermeiden und die eigenen Kräfte zu bewegen. Insgesamt ein logistisches Großunternehmen, das die Beamten zu bewältigen haben. Gerade der Einweisung ortsfremder Polizisten sollen die Aufnahmen dienen. Dabei gehe es nur um Übersichtsaufnahmen, wie Dirk Plattenteich festhielt. Personenbezogene Daten wie etwa Auto-Kennzeichen werden wieder gelöscht.

    Das "Drehflügler-System" mit seinen vier kleinen Propellern wird jeweils von einem Mitglied des Duos Matthias Hein und Sven Wendt ferngesteuert, während der andere am Computerbildschirm der Basisstation die technischen Daten und den Aufnahmebereich der an das Gerät gekoppelten Digitalkamera verfolgt. Im richtigen Moment werden die Aufnahmen gemacht, und als verschlüsseltes Signal an die Basisstation weitergegeben. Das Gerät hat eine Reichweite von etwa 1000 Metern rund um die Basisstation. Es sei flexibler und unkomplizierter als ein Hubschrauber einsetzbar, etwa auch in weit geringeren Höhen, wie Hein und Wendt erläuterten. Die Polizisten können es kurzerhand von der Straße aus starten.

    Auch am Tag des Trauermarsches sei es denkbar, das Gerät zu nutzen, wie Dirk Plattenteich erläuterte. Dies müsse dann der Einsatzleiter anordnen. Aus Sicherheitsgründen werde das "UAS-Pol" dabei nicht über Menschenmengen eingesetzt.

    Foto: bb

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