RINTELN (ste). In ungewohnter Deutlichkeit hat bei der Verabschiedung der Altenpflegerinnen und des Altenpflegers Schulleiter Herbert Habenicht seinem Ärger Luft gemacht.
Wenn die Politik meine, dass die 12.000 freigesetzten Schlecker-Mitarbeiterinnen durch eine Umschulung im Schnelldurchgang zu Altenpflegerinnen die Nachfrage auf diesem Sektor schnell befriedigen könnten, heiße das im Umkehrschluss, dass diese Arbeit jeder könne: "Das ist aber absolut nicht der Fall", so Habenicht, der durch den unqualifizierten Vorstoß der Politik seine Schülerinnen und den Schüler disqualifiziert sah. "Pflege und erziehen kann nun einmal nicht jeder", so Habenicht.
Den Absolventinnen und dem Absolventen der Berufsfachschule Altenpflege gab er mit auf den Weg: "Sie haben enorme Anstrengungen auf sich genommen, wissen, dass ihr Beruf ihnen große Leistungen abfordert und das er mehr ist als nur ein Job!" Neben der körperlichen Anstrengung sei auch geistiger Einsatz, Nervenstärke und Durchhaltevermögen gefordert: "Als Job für freigesetzte Arbeitskräfte eignet er sich so überhaupt nicht!"Nichts sei schwieriger als der Umgang mit Menschen, so Habenicht in seiner Ansprache.
Die Schule habe jetzt ihren Part beendet und jetzt seien die Absolventinnen gefordert, ihr Können im Arbeitsmarkt zu zeigen. Habenicht dankte seinem Kollegium für die engagierte Ausbildung, den Eltern und Partnern der Prüflinge für ihre Unterstützung und den Ausbildungsbetrieben für ihr Engagement. Als beste Absolventinnen wurden Nicole Schmidtke mit der Note 1,3, Nicole Moses (1,7), Annika Ehler (1,7) und Manuela Karweg (1,9) ausgzeichnet.
Die nachfolgende Generation der Altenpflegeschüler verabschiedete die Absolventen mit einem tollen Theaterstück und am Ende wurde dann noch mit Eltern und Partnern gefeiert.Foto: ste