1. Goethe ist in Exten durchaus eine Sensation

    Vositzender der Goethe-Gesellschaft aus Hannover zu Gast im Orangerie-Park / Ein Treffen an der Blumenuhr

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    EXTEN (km). Die renommierte Goethegesellschaft Hannover, die es seit 1922 gibt, hat schon viele Größen der deutschen Germanistik und Geistesgeschichte aus dem In- und Ausland als Gäste zum Vortrag empfangen. Man kümmert sich um Leben und Werk des Dichterfürsten, gibt Goethekennern ein Forum zur Diskussion und Forschung. Am letzten Montag referierte dort die stellvertretende Direktorin des Goethe-Museum in Düsseldorf, Dr. Heike Spies, zu dem Thema "Amors Pfeile in Goethes Werk".

    Eine passende Gelegenheit, befand der erste Vorsitzende der Goethe-Gesellschaft, Peter Meuer, um über Goethes Besuch in Exten, der ja einer jungen Frau galt, zu berichten. Dazu hatte er Dietrich von Blomberg eingeladen, der einen kurzen Lagebericht gab.

    Im Jahre 2008 hatte das Museum der bildenden Künste in Leipzig bei einer Inventur ein Bild nicht zuordnen können - eine Tuschzeichnung von Johann Wolfgang von Goethe, die eine romantische Flusslandschaft zeigt. Man fand auf dem Blatt die Buchstaben EX, dann einen Knick und dann EN. Hatte man bislang diese Ziffern für eine unverständliche Abkürzung aus dem Lateinischen gehalten, so begann der Leiter der grafischen Abteilung, Dr. Richard Hüttel, jetzt, analog zu anderen Zeichnungen von Goethe, auch hier nach einem Ortsnamen zu suchen.

    "Das war der Beginn einer Recherche, die damit endete, dass wir Goethes Leben um eine kleine Geschichte ergänzen können," erläuterte Dietrich von Blomberg - "und zwar um seinen Kontakt zur Gräfin Isabella von Wartensleben, einer jungen Witwe, die er 1779 in Exten besucht hatte." Und der Fluss, den er damals gezeichnet habe, sei die Exter.

    Die Nachricht, berichtete von Blomberg, sei von der Goethe-Gesellschaft "durchaus als eine Sensation" aufgenommen worden, gelte das Leben von Goethe doch eigentlich als bestens erforscht und seine Reisen als hinreichend bekannt. "Aber davon wussten wir nichts", so der Vorsitzende Peter Meuer, der zwecks weiterer Forschungen jetzt persönlich in Exten vorstellig wurde, um sich unter anderem auch von dem Schulprojekt "Blumenuhr" ein Bild zu machen.

    Dabei lobte Meurer die Schüler vom Ernestinum für ihren Einsatz und erzählte vor Ort über das Verhältnis von Goethe zu Carl von Linné, nach dessen Plänen die Blumenuhr gebaut wurde - und in deren Zentrum eine Goethe-Figur stehen wird. "Beide waren Aufklärer, waren Vorreiter ihrer Zeit," so Meurer: "Wir wissen von Goethe, dass Linnés Art zu forschen ihn sehr beeinflusst hat. An euch, die ihr diese Blumenuhr gebaut habt, gebe ich Goethes Zitat weiter: ‚Denken ist interessanter als Wissen, aber nicht als Anschauen‘. Und in diesem Sinne seid ihr durch euer Projekt zu jungen Goethe-Forschern geworden."

    Der Vorsitzende der Goethe-Gesellschaft und Dr. Heike Spies wollen übrigens, zusammen mit anderen Goethe-Freunden, zur Einweihung der Blumenuhr am 24. August um 11 Uhr nach Exten kommen und die Gartenausstellung "Jardin ouvert" besuchen.

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