RINTELN (km). Eigentlich hatte vermutlich kaum jemand ernsthaft damit gerechnet, dass am Sonntagnachmittag auf dem Kirchplatz die Sonne scheinen würde, aber dennoch wurde das Publikum beim großen klassischen Open-Air-Konzert unter der Leitung von Wolfgang Westphal mit ungewohnt schönem Wetter verwöhnt.
Den Protagonisten (insgesamt rund 160 Mitwirkenden) auf der riesigen Bühne schien bald sogar dergestalt die Sonne ins Gesicht, dass sie vermutlich kaum noch ihren Noten erkennen konnten. Als am Ende der Vorstellung dann doch ein Schauer hernieder ging, da war das Konzert praktisch auch schon vorbei. Allein auf die erhoffte Zugabe mussten die gut 600 Zuhörer verzichten.
Das Vabanque-Spiel war aufgegangen. Alternativ hatten die Organisatoren zwar auch in der Kirche eine Bühne aufgabaut, doch der Umzug des Orchesters wäre sicherlich eine recht zeitaufwändige Angelegenheit gewesen - und auch das zahlreiche Publikum, das es sich im Freien auf zusätzlich aufgestellten "Detmolder Pilsener"-Stühlen gemütlich gemacht hatte, hätte man vermutlich gar nicht in der Kirche unterbringen können.
Unter dem Titel "Best of..." präsentierten der Schaumburger Oratorienchor, der Jugendchor der Evangelischen Singschule, die Sopranistin Ina Westphal und das Göttinger Symphonie Orchester alsdann Aussschnitte aus den großen oratorischen Werken, die in den letzten Jahrzehnten in Rinteln aufgeführt worden waren.
Auf dem Programm standen unter anderem Carl Orffs "Uf dem Anger" aus "Carmina Burana", Auschnitte aus "Die Schöpfung" von Joseph Haydn , Mendelssohns "Elias", Mozarts "Laudate Dominum" und Händels berühmtes "Halleluja" aus dem "Messias".
Das Orchester intonierte zudem Smetanas "Moldau" und den Marsch Nummer 1 aus "Pomp and Circumstance" von Edward Elgar, der auch als alternative englische Nationalhymne gilt. Als besonderes "Schmankerl" hatte Wolfgang Westphal das Rintelner Weserlied ("Hier hab ich so manches liebe Mal...") in eine Fassung für Solo, Chor und Symphonie-Orchester umarrangiert.
Erstaunt waren einige Zuhörer am Ende über die hervorragende Akustik auf dem Kirchplatz. Freilich hatten versierte Techniker einige Mikrofone und Lautsprecher installiert und das ganze System von einem Mischpult aus gesteiert - aber auch das will bekanntlich gelernt sein.Foto: km