1. Essen als Kommunikations-Katalysator zwischen sechs religiösen Kulturkreisen

    Großer Andrang beim Jubiläums-Fest des Hauses der Weltreligionen im "steinzeichen" / Mitglieder gestalten Fest

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    Gestaltet wurde die Feier einträchtig von Mitgliedern der sechs großen Religionen - Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum, Islam und Bahai - mit einer Vielzahl von Attraktionen. Dabei gab an jedem der sechs Stände reichlich Informationsmaterial - während die Kommunikation zwischen den Besuchern offensichtlich von einem anderen "Katalysatoren" besonders begünstigt und gefördert wurde: Dem Essen. An jedem Stand dufteten rustikale bis exotische Angebote aus aller Welt, die die Besucher scharenweise anlockten.

    Begonnen hatte der Tag mit der Uraufführung einer Trompeten-Fanfare von und mit Michael Schmidt, selbst gläubiger Buddhist, der auch durch das weitere musikalische Programm führte. Dabei steuerte zunächst der Rintelner Gospelchor unter der Leitung von Sven Rundfeldt Spirituals und Gospels bei, Tamilen führten Tänze aus Indien auf, zwei Trommelgruppen sorgten für heiße Rhythmen, und die Band "ten sing" (teenager singen) aus Bad Eilsen kam besonders bei den jungen Besuchern gut an.

    Die nächste große Jubiläumsveranstaltung findet am kommenden Donnerstag, dem 19. Juli, ab 19 Uhr in der Rintelner Nikolai-Kirche statt (siehe separaten Bericht). Dabei referiert der Tübinger Professor Dr. Karl-Josef Kuschel über "Pioniere des interreligiösen Dialogs". -

    Das Haus der Weltreligionen war im April 2002 nach fünf zeremoniellen Weihungen offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Repräsentiert werden in dem achteckigen Häuschen Buddhismus, Hinduismus, Islam, Judentum, Christentum und Bahai. Initiator und Projektleiter Dr. Peter Neumann hatte vier Jahre zuvor, als die Pläne für das "steinzeichen" erstmals vorgestellt worden waren, zunächst spontan geäußert: "Hier muss eine Kirche hin." Die ursprünglich eher theoretische Idee begann sich im Folgenden dann tatsächlich relativ flott zu manifestieren, wenn auch in einem ungeahnten Format. Für die Initialzündung sorgten die "steinzeichen" Geschäftsführer Josef Wärmer und Helmut Kollmeyer, die Neumann dafür gewinnen konnten, in dem Steinberger Park etwas zu schaffen, "das dem Zusammenwachsen der Religionen dieser Welt dienen könnte".

    Neumann seinerseits überzeugte im Folgenden den befreundeten Architekten Rolf Blüm, das schwierige Projekt mit den acht Ecken und der gläsernen Kuppel auf dem Dach zunächst auf das Reißbrett zu zaubern. Der Architekt erledigte seinen Auftrag für die gute Sache zum Nulltarif - ebenso wie die fünf Rintelner Baufirmen, die an einem einzigen Wochenende für das Fundament des Gebäudes sorgten. Die fünf Steine rund um den zentralen Springbrunnen im Inneren des Hauses entwarf später der Bildhauer Jens Böse. Die Bestimmung des Hauses der Weltreligionen verknüpfte Dr. Peter Neumann bei der Einweihung schließlich mit der Tatsache der allgemeinen Globalisierung und der damit verbundenen Erkenntnis, dass "Religionen miteinander ins Gespräch kommen müssen, wenn sie nicht zur Provinzialität verkommen wollen." Foto: km

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