LANDKREIS (em). Als die heimische Bundestagsabgeordnete der Grünen, Katja Keul kürzlich im Rahmen ihrer Tätigkeit im Verteidigungsausschuss Afghanistan besucht hat, traf sie unter anderem mit Soldaten des Bataillons für Elektronische Kriegführung 912 aus Nienburg zusammen, die einen sechsmonatigen Auslandseinsatz absolvieren.
Ihre Reise führte sie zunächst nach Kabul, wo sie unter anderem mit dem Außenminister Rassoul, dem Sicherheitsberater der afghanischen Regierung Spanta, dem Integrationsminister, dem Generalstabschef der afghanischen Armee Karimi, dem stellvertretendem Kommandeur der ISAF Bradley und anderen über die Entwicklung der Lage und die Perspektiven Afghanistans sprechen konnte. Anschließend besuchte sie das deutsche Lager in Mazar e Sharif, das in Auflösung befindliche Lager in Faizabad und das PRT (Provincial Reconstruction Team) in Kunduz.
Keul nahm sich dabei im dicht gedrängten Besuchsprogramm so viel Zeit wie möglich, um sich über die Einsatzbedingungen und die Sorgen und Probleme der Soldaten zu informieren. Die Soldaten aus Nienburg leisten in Afghanistan auch außerhalb des Feldlagers Kunduz Dienst zur Nachrichtengewinnung. So konnte die Abgeordnete viele Eindrücke der direkt betroffenen Bundeswehrangehörigen mitnehmen.
"Erst durch die Gespräche mit den unterschiedlichen Ebenen ergibt sich am Ende ein vollständigeres Bild der Lage", so Keul. Eins habe sich nach allem für sie erneut gezeigt: der zivile Aufbau, das heißt die Stärkung der Regierungsstrukturen wurde nach wie vor personell völlig vernachlässigt. Selbst wenn die militärische Seite unverkennbare Erfolge bei der Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte macht, wird dies nicht zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lage führen, soweit es keine funktionierende Regierung gibt, der diese Sicherheitskräfte am Ende dienen und der die afghanische Bevölkerung Vertrauen entgegen bringen könne.
Einen ausführlichen Bericht über die Auswertung der Gespräche und Erkenntnisse wird die Abgeordnete in Kürze auf ihrer Website www.katja-keul.de veröffentlichen. Foto: pr