LAUENAU (al). Rathausmitarbeiter haben tief in den Altaktenbestand gegriffen. Nach Forderungen der Gruppe CDU/Grüne an Rat und Verwaltung, die verkehrliche Situation rund um den zentralen Busbahnhof zu entschärfen, erläuterte der stellvertretende Gemeindedirektor Jörg Döpke die beim Bau vor jetzt elf Jahren möglichen Alternativen: Nur eine davon habe sich aufgrund der Flächengegebenheiten verwirklichen lassen.
"Wir brauchen eigentlich nur die Mauer von Familie Berger", hatte Gemeindedirektor Uwe Heilmann schon zuvor angemerkt, "das sind gerade einmal 30 Quadratmeter". Heftig reagierte daraufhin CDU-Ratsherr Holger Oehlmann: "Das war daneben", schimpfte er, weil mit dieser Äußerung Grünen-Ratsherr Thomas Berger provoziert werde. Heilmann und Döpke ließen nicht locker: Hätte damals ein Stück mehr Fläche zur Verfügung gestanden, wäre eine andere Anordnung der Fahrsteige möglich gewesen.
Döpke erinnerte auch daran, warum der ZOB gerade an dieser Stelle entstehen sollte: "Wir hatten hier eine Hinterhofsituation, die aufgewertet werden musste." Genau das sei eingetreten. Zudem habe das Areal bei der Entscheidung über Fördermittel weitere Voraussetzungen erfüllt: eine zentrale Lage und die Nähe zu Parkplätzen für Pendler. Am Bedarf für einen ZOB gab es schon damals keinen Zweifel: Bei der Planung waren die Belange von fünf Buslinien zu berücksichtigen, die Lauenau als Start- oder Zielpunkt sahen oder als Zwischenstopp. Auch Döpke verwies auf die angrenzende Grundstücksmauer: Hier wäre mehr Übersichtlichkeit entstanden; doch der Eigentümer sei zu einem Verkauf nicht bereit gewesen.
Bürgermeister Heinz Laufmöller wusste noch von einem weiteren Kriterium bei der damaligen Entscheidung: Der Busstopp sollte aus dem fließenden Verkehr herausgenommen werden. Deshalb sei die heutige Anordnung der Fahrsteige erfolgt. Eine jetzt geforderte Verlegung einer der beiden Haltestellen auf die gegenüberliegende Straßenseite würde dem widersprechen.
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