BAD NENNDORF (bt). Vorstandsmitglied Reinhard Schreeck und Uwe Homeyer, Vorsitzender des Aufsichtsrates, zeigten sich mit dem Geschäftsergebnis der Volksbank in Schaumburg im Jahr 2011 in hohem Maße zufrieden. "Wir können auf ein sehr gutes Ergebnis zurückblicken", verkündete Homeyer vor der in der Wandelhalle in Bad Nenndorf zusammengekommenen Vertreterversammlung der Bank. Schreeck, der den Bericht des Vorstands über das abgelaufene Geschäftsjahr ablieferte, informierte seine rund 200 Zuhörer über das "beste Ergebnis" und das "erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Volksbank in Schaumburg".
Die von der Bank betreuten Geldanlagen lagen 2011 bei knapp 622 Mio. Euro. Die Bilanzsumme stieg von 875 auf 909 Mio. Euro, die Kreditvergabe um 31,8 Mio. auf 587,9 Mio. Nach Aussage Schreecks wurden viele Kreditanfragen von Unternehmen bedient und zusätzlich über 1.100 Baufinanzierungen mit einem Volumen von etwa 53 Mio. Euro bereitgestellt.
Die Bank vermittelte im letzten Jahr 167 Grundstücke, Gebäude und Eigentumswohnungen im Wert von mehr als 17 Mio. Euro. Die Nachfrage nach attraktiven Baugrundstücken ist nach Angaben des Vorstandssprechers groß. In Bad Nenndorf vermarktet die Bank aktuell 60 Grundstücke im zweiten Bauabschnitt "Vordere Hohefeld". Auch das Vermittlungsgeschäft verlief für die Bank erfreulich. Gut 1.400 Bausparverträge wurden 2011 mit einer Bausparsumme von rund 40 Mio. abgeschlossen. Das Eigenkapital stieg um 22 Prozent auf etwa 79 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote liegt bei 8,6 Prozent. Der Bilanzgewinn beträgt knapp 1,3 Mio. Euro. Auch für 2012 weisen die bisher vorliegenden Zahlen nach Aussage Schreecks auf einen weiterhin positiv verlaufenden Geschäftsbetrieb hin. "Ich bin fest davon überzeugt", sagte das Vorstandsmitglied, "dass die Rentabilität sehr gut sein wird".
Aufsichtsratssprecher Uwe Homeyer machte gegenüber der Versammlung deutlich, dass der Aufsichtsrat dem vorliegenden Jahresabschluss zugestimmt hat und den Vorschlag des Vorstandes über die Gewinnverwendung befürwortet. Dieser sieht vor, sechs Prozent Dividende in Höhe von 543.767 Euro auszuschütten. Ferner werden 353.000 Euro in die gesetzliche Rücklage und 353.983 Euro in andere Ergebnisrücklagen eingestellt. Die 160 stimmberechtigten Mitglieder der Vertreterversammlung stimmten dem mit großer Mehrheit bei 24 Gegenstimmen und vier Enthaltungen zu. Vorstand und Aufsichtsrat wurden einstimmig entlastet. Auch der vorgelegte Jahresabschluss fand die klare Zustimmung der Versammlung.
Im Vorfeld waren aus dem Kreise der Vertreter einzelne kritische Stimmen zur Höhe der ausgeschütteten Dividende und zu den Kontoführungsgebühren laut geworden, verbunden mit der Frage, ob diese nicht reduziert werden könnten. Schreeck hielt dem entgegen, dass die Kontoführung Kosten verursache, die nach Auffassung der Bank von denen getragen werden müssten, die sie verursachten. Der Anmerkung, die Höhe der angekündigten Dividende entspreche nicht dem vorgelegten Gewinn, hielt Schreeck entgegen: "Wir halten die Dividende in dieser Höhe für angemessen."
Kritisch wurde aus dem Kreis der Zuhörer zudem vermerkt, dass es Mitglieder gäbe, die Genossenschaftsanteile über mehr als die vorgegebenen 750 Euro gezeichnet hätten. "Dies kommt einer Zwei-Klassen-Gesellschaft gleich", so einer der Anwesenden. Schreeck erläuterte, dass dies nur auf langjährige Mitglieder zutreffe, die bereits vor der Fusion von fünf Schaumburger Volksbanken bei mehreren Banken Anteile besessen hätten. Alle anderen könnten Anteile lediglich bis zu einer Höhe von 750 Euro Anteile erwerben. "Wir sind keine Kapitalgesellschaft. Wir möchten nicht, dass höhere Summen als Anteile gezeichnet werden", stellte er klar. Jetzt soll auf Antrag aus dem Kreis der Zuhörer auf der nächsten Versammlung darüber gesprochen werden, ob es für alle Genossen möglich sein soll, Anteile bis zu einer Höhe von 1.250 Euro zu zeichnen. Foto: bt