1. Schneller Ausbau statt Baustopp in der Ortsmitte

    Pflasterarbeiten gehen zügig voran / Landkreis sieht keine rechtlichen Fehler / Die Geschäftsleute atmen auf

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    LAUENAU (al). Der Landkreis Schaumburg sieht keine rechtlichen Fehler bei den gegenwärtigen Baumaßnahmen in der Lauenauer Ortsmitte. Das hat er soeben auf Anfrage mitgeteilt, nachdem die Ratsgruppe von CDU und "Grünen" einen Baustopp gefordert hatten. Unterdessen regt sich in Teilen der Bevölkerung Unverständnis über die Kritik der örtlichen Politiker: Ein Baustopp mit den damit verbundenen Verzögerungen wäre "eine Katastrophe gewesen", schimpfte eine Ladenbesitzerin. Ihr sei der schnelle Abschluss der Arbeiten weitaus lieber.

    Tatsächlich haben am vergangenen Montag bereits die Pflasterarbeiten auf der westlichen Bürgersteigseite begonnen. Schon ist der etwa zwei Meter breite Streifen für Fußgänger und Radfahrer deutlich erkennbar. Sprecher der Baufirma wie auch der Samtgemeindeverwaltung rechnen mit einer verbleibenden Ausbaudauer von knapp drei Wochen. Danach werde, wie Gemeindedirektor Uwe Heilmann auf Anfrage mitteilte, die Coppenbrügger Landstraße sofort wieder für den Verkehr freigegeben. Heilmann räumte ein, dass durch die Vollsperrung und die damit verbundene Umleitung der Bereich "Am Markt" stark belastet sei. "Das wird sich wieder ändern", gab er sich zuversichtlich.

    Kreisrätin Katharina Augath sieht nach einer Prüfung durch die Kommunalaufsicht keine Verfahrensfehler bei Rat und Gemeindedirektor. CDU/Grüne hatten beim Landkreis die Unterbrechung der Arbeiten verlangt, weil sie durch "die Untätigkeit der Verwaltung" Kosten für die Bürger vermuteten, die sich vermeiden lassen würden. So sei immer noch unklar, welche verkehrsregelnden Maßnahmen für die Ortsmitte künftig gelten sollen – Tempo 7 oder Tempo 30. Davon hänge nach ihrer Ansicht Art und Umfang des Ausbaus, insbesondere die Anlage von Hochbord oder der Höhenangleichung von Fahrbahn und Bürgersteig ab.

    Augath betonte, dass der Rat als "das bedeutendste Gremium" der Gemeinde die Baumaßnahme mit seiner Mehrheit beschlossen habe. Es bestehe kein Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Beschlusses, der zunächst nur dem Ausbau gegolten habe. Über verkehrsregelnde Maßnahmen sei gesondert zu befinden. Eine andere Forderung der Kritiker sah sie als erfüllt an: "Nächste Woche soll ja eine Ratssitzung sein."

    Unter Lauenauer Geschäftsleuten ist ein erstes Aufatmen zu hören. Für die Baustopp-Forderung habe sie ein "absolutes Unverständnis", schimpfte eine Ladenbesitzerin. Ein anderer Einzelhändler freute sich bereits über die Zeit nach den baulichen Behinderungen: "Die Coppenbrügger Landstraße wird ja richtig schön." Die gleiche Ansicht teilte eine dortige Anwohnerin – allerdings mit einem Stoßseufzer: "Wenn sie jetzt nur schnell fertig würde."

    Foto: al

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