LAUENAU (al). Mit etlichen dringlichen Anfragen verstärkt die Gruppe von CDU und "Grünen" im Rat des Fleckens Lauenau den Druck auf Gemeindedirektor Uwe Heilmann. Sie fordert Auskünfte über die Investitionen an den fleckeneigenen Geschäften und Gaststätten. Ihr Verdacht: Deren Pächter "haben einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber den bestehenden Betrieben, da sie auf Kosten der Steuerzahler mit viel Geld komplett fertige Räumlichkeiten inklusive Einrichtung, Beleuchtung, Küchen, Sanitärräumen etc. eingerichtet bekommen haben". Da sich solche Maßnahmen nur vor dem Hintergrund einer entsprechenden Rendite rechtfertigen, verlangen sie eine Überprüfung: Die seitens der Gemeindeverwaltung errechnete "Rentierlichkeit" sei aus ihrer Sicht nicht gegeben. Besonders das "Drei-Giebel-Haus" und dessen neues Restaurant ist den Kommunalpolitikern ein Dorn im Auge. Dessen Rendite von angenommenen sechs Prozent wird kritisiert, da diese nur auf der Basis des 250.000 Euro teuren Innenausbaus und der Einrichtung ermittelt worden sei. "Die komplette Restaurierung der Außenhülle wird nicht eingerechnet – mit diesen belaufen sich die Gesamtkosten aber auf 450.000 Euro". Danach würde die Rendite nur noch drei Prozent betragen. Die Ratsgruppe schlussfolgert: "Wenn man die gastronomische Übersättigung in Lauenau und die avisierten Pachtzahlungen pro Monat kennt, weiß man, dass die propagierte Rendite auf ziemlich wackeligen Füßen steht." So sei fraglich, "ob in dieser Höhe Pachtzahlungen überhaupt dauerhaft zu erzielen sind". Für die Ratsgruppe hat die kürzlich erfolgte Einweihungsfeier des Restaurants im "Drei-Giebel-Haus" noch ein weiteres Nachspiel. Die Einladung zur Eröffnungsfeier in privatem Rahmen sei durch die Samtgemeindeverwaltung auf deren Kosten an Ratsmitglieder und Handwerker erfolgt. Folglich müsse jeder sein Essen selbst bezahlen – oder Ratsmitglieder setzen sich dem Vorwurf der Bestechlichkeit aus. Deshalb sei die Gruppe CDU/Die Grünen der Einladung geschlossen nicht gefolgt, um sich diesem Verdacht nicht auszusetzen. Einzige Ausnahme sei CDU-Ratsherr Karl-Heinz Bruns gewesen: "Auf Zustimmung unserer Gruppe" habe er als am Innenausbau maßgeblich beteiligter Handwerker "und nicht als Ratsmitglied" an der Veranstaltung teilgenommen. Der Verwaltung liegen inzwischen mehrere vom 4. Juni datierte Schreiben vor, die sie bis zum 14. Juni beantworten soll. In weitgehend gleich lautenden Anträgen verlangen sie Auskunft über die Kosten des "Drei-Giebel-Hauses", des Restaurants "Plaza", des Hauses Marktstraße 7 (S+H-Moden) sowie die des Vordach-abrisses am Haus Marktstraße 9 (Markt-Apotheke). Foto: al
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Ratsgruppe zweifelt an "Rentierlichkeit"
CDU/Grüne verlangen Auskunft zu Kosten von fleckeneigenen Häusern
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