RINTELN (ste). Zur Ausbildung zum Beruf der Technischen Assistent/innen für Informatik gehört auch die eigenständige Anfertigung einer Projektarbeit. Die Schüler der Berufsbildenden Schule haben hier die Möglichkeit, die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in Lernbereichen wie Softwareentwicklung, Datenbanken, Dokumenterstellung, Einzelplatzeinrichtung, Netzwerktechnik, Elektronische Schaltungen und vielem mehr fächerübergreifend in einem Projekt anzuwenden. Bei der Durchführung kommen Projektmanagementmethoden zum Einsatz. Vorplanung, Pflichtenheft, Steuerung und Planung der Projektphasen (Milestones) sind von den Schülern zu leisten. In einem Kolloquium wurden die teilweise beeindruckenden Ergebnisse vor den Mitschülern und den Lehrkräften präsentiert. Einige Projekte behandelten sehr spezielle Themen aus dem Bereich Netzwerktechnik, Computerwartung und Installation: Es ging um die automatisierte Benutzereinrichtung in großen Netzwerken mit wechselnden Anwendergruppen, die Verteilung und Installation eines Betriebssystems auf die Rechner eines Netzwerkes und die Einrichtung eines Linux-Terminal-Servers. Ein weiteres Projekt hatte die Entwicklung eines webbasierten Ticketsystems zur Eingabe und Nachverfolgung der Bearbeitung von Fehlern zum Inhalt. Eine weitere Gruppe installierte einen Gameserver zur Nutzung eines Spiels mit Internetzugriff für räumlich verteilte User. Andere Projekte bewältigten eher alltägliche Problemstellungen. Zwei Schüler entwickelten ein Programm mit ausgefeilten Bildverarbeitungsfunktionen zur Auswertung und Erstellung von Scancodes mit einer ausgesprochen anwenderfreundlichen Benutzeroberfläche. Einen voll funktionsfähigen Webshop für gebrauchte Handys erstellte eine weitere Gruppe.
Neben der Oberfläche sorgt im Hintergrund eine umfangreiche Datenbankverwaltung für die Aufnahme und Änderung der Produkt- und Userdaten sowie die Abwicklung der Verkäufe. Jannes Rausch-Stroomann und Tobias Held haben sich erfolgreich an einer hardwarebasierten Aufgabe gewagt. Der von den Berufsfachschülern der Metalltechnik in einem Projekt gebaute Kickertisch im Forum der Schule sollte mit elektronischer Schiedsrichterfunktion versehen werden. Eine Schaltung zählt automatisch die erzielten Tore und gibt den Spielstand in einem LCD-Panel wieder. Ist die eingestellte Anzahl der Bälle gespielt, pfeift der elektronische Schiedsrichter die Partie ab. Aufbau der Schaltung mit allen Lötarbeiten und Programmierung des Arduino-Mikrocomputers haben Jannes Rausch-Stroomann und Tobias Held selbst bewältigt. Nach Modifikation der Lichtschranke und Einbau in einem Vandalismus sicheren Gehäuse steht dem praktischen Einsatz nichts im Wege. Insgesamt vermittelten die ausgeführten Projekte eine eindrucksvolle Übersicht über die Vielfältigkeit der vermittelten Kenntnisse aus allen Bereichen der Informationstechnik. Mit dem in Kürze anstehenden Berufsabschluss haben die Schüler eine solide Basis für eine spätere berufliche Tätigkeit erworben. Wer sich weiterbilden möchte, kann anschließend die Fachoberschule besuchen und dort die Fachhochschulreife erwerben. Für dieses Schuljahr stehen noch einige Plätze Ausbildungsplätze zur Verfügung. Anmeldungen nimmt das Sekretariat der BBS Rinteln (05751/89139-0, post@bbs-rinteln.de) entgegen. Foto: privat