1. Dem geplanten Windpark bläst gehörig der Gegenwind einiger Bürger ins Gesicht

    Anwohner wollen politischen Entscheidungsprozess beeinflussen / Katalog mit Forderungen aufgestellt

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    HOHNHORST (bt). "Pro Dorf" nennt sich eine von den Rehrener Bürgern Michael Backs, Achim Junk, Daniel Nölke und Jörg Wehrhahn sowie dem Ottenser Heinz-Dieter Meier ins Leben gerufene Initiative. Diese beschäftigt sich aus der Sicht betroffener Anwohner mit dem geplanten Windpark, der auf einer Fläche zwischen den Orten Riepen, Rehren und Ohndorf im Bereich der der Samtgemeinde Nenndorf sowie den Orten Beckedorf, Lindhorst und Ottensen, die zur Samtgemeinde Lindhorst gehören, errichtet werden soll.

    Auf einer mit der Überschrift "Wir organisieren uns" versehenen Informationsveranstaltung stellten die fünf den etwa 30 Zuhörern ihre Sicht der Dinge der geplanten Windparkanlage dar. Was so ein Windpark für die betroffenen Anwohner bedeute, solle vorgetragen werden, führte Achim Junk in die Thematik ein und Jörg Wehrhahn betonte, die Veranstaltung wolle nicht nur die mit der Energiewende verbundenen positiven Dinge aufzeigen, sondern auch auf Gefahren und Risiken hinweisen, die sich für betroffene Anwohner und Tierwelt bei der Errichtung des Windparks ergäben. Nach seinen Worten sollen auf Flächen, die in der politischen Verantwortung der Samtgemeinden Nenndorf und Lindhorst liegen, acht Windräder bis zu einer Höhe von jeweils 150 Metern errichtet werden. Der vorgesehene Abstand zur Wohnbebauung betrage 1.000 Meter und die dafür notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes sei für die Samtgemeinde Nenndorf auf den Weg gebracht. Solch ein Windpark stellt nach Aussage Wehrhahns eine permanente Lärm- und Störquelle dar, von der Dauerbeschallung, Infraschall und Schattenwurf ausgehe. Er komme mit seiner wuchtigen Erscheinung ("Höhe des Kölner Doms") einer optischen Bedrängung gleich. Da sich die Emissionen bei Windparks addierten, seien größere Abstände zur nächsten Wohnbebauung als geplant notwendig. In der Nähe von Windenergieanlagen träten häufig bestimmte Krankheitsbilder auf, darunter Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Tinnitus sowie Schwindelgefühl und Übelkeit. Für alle Menschen gelte jedoch das im Grundgesetz verankerte Recht auf körperliche Unversehrtheit, sagte Wehrhahn. Der Schutz des Menschen habe Vorrang, so der Pro Dorf – Referent, dies müsse über der Verwirklichung kommerzieller Interessen stehen. Pro Dorf wolle sich dem Dialog mit den Politikern nicht verweigern, unterstrich Wehrhahn. Man befürworte regenerative Energie aus Windkraft. Allerdings trete man für die Bewahrung des dörflich geprägten Landschaftsbildes, die Zukunftssicherung der Ortschaften und die Erhaltung von Landschaftsschutzgebieten ein. Deshalb sei es notwendig, einen sicheren Abstand des Windparks zur Wohnbebauung zu fordern und die maximale Höhe der Windräder festzulegen. Auch müssten die Anzahl der Anlagen begrenzt und gesundheitliche Risiken ausgeschlossen werden.

    "Unterstützt uns", bat Wehrhahn die Anwesenden. Um den politischen Prozess vor der Verabschiedung des zu ändernden Flächennutzungsplanes mit eigenen Vorschlägen zu beeinflussen, sucht Pro Dorf unter Vorlage der eigenen Forderungen den Dialog mit den politisch Verantwortlichen. Ein Bürgerbegehren bis hin zum Bürgerentscheid schließen die fünf Pro Dorf – Mitglieder nicht aus. Unter den Zuhörern war Hohnhorsts Bürgermeister und Mitglied im Samtgemeinderat Wolfgang Lehrke. Er machte während der sich anschließenden Diskussion klar: "Ich bin für den Windpark hier". Der SPD-Politiker geht davon aus, dass lediglich sechs Windräder gebaut werden. Er offenbarte, er sei bereit, "über die Höhe der Windräder nachzudenken".

    Die Fragen nach dem "Was kann man machen" und vor allem "Wie kann man es machen" zogen sich wie ein roter Faden durch die Diskussion. Schließlich verständigte man sich darauf, die nächste Sitzung des Umweltausschusses am 5. Juni zu besuchen, um dem Gremium ein Positionspapier mit darin aufgestellten Forderungen zu übergeben. Auch soll die Aktion auf die Samtgemeinde Lindhorst ausgeweitet werden.

    Foto: bt

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