1. Der Ausschuss versucht es mit zählbaren Ergebnissen

    Die Schranke an der Dauestraße wird für ein Jahr probeweise geöffnet

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    RINTELN (ste). Die Frage, warum sich angeblich "...sehr viele Bürger" für eine Öffnung der Schranke an der Dauestraße aussprechen (so Kay Steding von der CDU), wenn man gleichzeitig prophezeit, dass es kaum mehr Verkehrsteilnehmer werden, die diese wiedergeöffnete Verbindungsstrecke nutzen, blieb auch im Bauausschuss unbeantwortet.

    Hilflos wirkten die Erklärungsversuche von Steding, der von Klaus Wißmann (SPD) und Dieter Horn (SPD) Rückendeckung bekam. Die neuerliche öffentliche Diskussion war von Dr. Gert Armin Neuhäuser in Form eines Dringlichkeitsantrages auf die Tagesordnung des Bauausschusses gebracht worden. Er bemängelte die Hau-Ruck-Aktion im Ortsrat und wollte es nicht akzeptieren, dass nur noch der Verwaltungsausschuss am 16. Mai über die Frage einer einjährigen Probeöffnung der Schranke bestimmt. Dazu hatte Neuhäuser eine stattliche Zahl von Zuhörern motivieren können, die ihrem Unmut über die dann "innerörtliche Umgehung" Luft machen wollten. Durften sie aber nicht, denn im Ausschuss gibt es kein Bürger-Rederecht. Politikverdrossenheit pur, das konnte man in anschließenden Flurgesprächen feststellen. Dr. Neuhäuser pflückte dann in seiner Rede den CDU-Antrag gnadenlos auseinander als eine "...unbegründete Ansammlung von Thesen!" Das die CDU mutmaßte, Bürger würden Chipkarten missbräuchlich kaufen und verschenken, grenze an Satire, so Dr. Neuhäuser. Mit der Aussage, die Drift sei ursprünglich als innerörtliche Umgehungsstraße gebaut worden, hatte sich Kay Steding schon im Vorfeld schon ein Eigentor geschossen: "In den 60er und 70er Jahren brauchte man das gar nicht", so Dr. Neuhäuser. Seine Formel war klar und nachvollziehbar: "Verkehr ist wie Wasser, er sucht sich den einfachsten Weg!" Mehr Verkehr bedeute mehr Abnutzung und das bedeute mehr Sanierungsbedarf und mehr Anwohnerbeiträge: "So einfach ist das!" Wenn jetzt die Schranke geöffnet werde, zwinge man niemanden mehr auf die Umgehungsstraße mit ihren 3,7 Kilometern Länge. Klaus Wißmanns These der "gerechten Verteilung" lehnte sich quasi an eine alte FDP-Mense-Formel an. Der hatte bereits sinngemäß gefordert: "Wenn es der östlichen Altstadt verkehrlich schlecht geht ist es ungerecht, dass es dem westlichen Wohnquartier besser geht!" Ähnlich argumentierte Wißmann, fühlte sich am Ende mit seiner Forderung nach gerechter Verteilung der Verkehrslasten jedoch missverstanden. Dieter Horns Versuch, die Bürger im Saal zu beruhigen und auf die Verpflichtung der Politiker zum Wohl aller Bürger hinzuweisen wirkte farblos. Auch er hatte sich quasi in Form einer Neiddebatte positioniert und vertrat die Meinung, dass auch die Bürger der Ritter-, Krankenhäger- und Brennerstraße unter dem Verkehrsproblem leiden (Anmerkung der Redaktion: "Warum dann also nicht auch die der Drift?"). Dr. Neuhäuser erkannte das analytisch und gnadenlos: "Es geht bei der Öffnung der Schranke also um "geteiltes Leid ist halbes Leid!" Den Bewohnern der östlichen Altstadt wolle man damit also suggerieren: "Seht, den anderen geht es jetzt auch schlecht!" Dr. Neuhäuser mahnte an, dass man statt die Schranke zu öffnen auch den Mut haben könne, die vom Verkehrsgutachter geforderten weiteren Sperrungen in der östlichen Altstadt vorzunehmen. Mit dem Vorwurf Horns, Dr. Neuhäuser agiere hier populistisch, konnte der in diesem Fall gut leben. Sein Antrag auf Weiterbetrieb der Schranke wurde allerdings abgelehnt. Ein Jahr lang soll sie nun nach einer vorherigen Verkehrszählung geöffnet bleiben und dabei soll eine Steigerung des Verkehrs mit Zählkissen gemessen werden: "Ist diese in einem verträglichen Maß, so kann die Schranke auch künftig offen bleiben", so Nina Weißer (Grüne), die sich in der Abstimmung enthielt und sich damit gegen ihren Ortsratskollegen Gerhard Helmhold stellte, der ein klarer Befürworter der Schranke war. Das Votum des Bauausschusses lässt sich eigentlich so zusammenfassen: "Wir können uns in Fragen der Verkehrslenkung nicht nur um das westliche Wohngebiet bemühen und das östliche Alstadtquartier absaufen lassen, also kümmern wir uns lieber um gar keinen!"Foto: ste

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