1. Im Kampf gegen Artenarmut Richard Hartinger unterstützt die Streuobstwiese / Apfelvielfalt erhalten

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    RINTELN (ste). In der Försterei Rinteln, oberhalb der Ortschaft Schaumburg und ganz in der Nähe der malerischen Burganlage, ist eine neue Streuobstwiese entstanden. Knapp 120 alte Apfelsorten mit so wohlklingenden Namen wie "Geheimrat Oldenburg", "Schöner von Nordhausen" oder "Purpurroter Cousinot" wurden von den Forstwirten des Forstamtes Oldendorf gepflanzt.

    Die Wiese ist Eigentum der Niedersächsischen Landesforsten und wurde einst genutzt als Standplatz für Highland-Cattles. Als der Pächter jedoch die Nutzung aufgab, musste eine neue Aufgabe her. Die Idee war eine bereits bestehende Streuobstwiese zu vergrößern. Maßgeblich unterstützt wurde das Projekt von der Getränkegruppe Richard Hartinger aus Rinteln.

    Der bekannte Mosthersteller spendete die Bäume sowie die Pfähle und leistete sogar logistische Unterstützung mit einem Kleinbagger samt Fahrer und einem Gärtner für den fachmännischen ersten Schnitt. Naturschutzförster Heiko Brede betreute das Projekt fachlich: "Diese Anschubfinanzierung ist natürlich eine tolle Idee und passt perfekt zum Hersteller von hochwertigen Säften. Die weitere Betreuung und Pflege des Projekts wird jetzt unser Forstamt übernehmen." Die neue Anlage hat eine Größe von eineinhalb Hektar und ergänzt eine angrenzende 20 Jahre alte kleinere Fläche, direkt an einem FFH-Gebiet. Streuobstwiesen dienen nicht nur der Bereicherung des Landschaftsbildes, sie haben auch eine kulturhistorische und vor allem naturschutzfachliche Bedeutung. Die Streuobstwiese ist eine traditionelle Form des Obstbaus, in Unterscheidung zum Niederstamm-Obstbau in Plantagen. Auf Streuobstwiesen stehen hochstämmige Obstbäume meist unterschiedlichen Alters, Arten und Sorten. Streuobstwiesen werden ohne Einsatz synthetischer Behandlungsmittel bewirtschaftet. Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten sie eine erhebliche Bedeutung als Viehweide, zur Blattstreugewinnung und dienten der Imkerei. Heute hat sie eine große Bedeutung für viele, zum Teil gefährdete Insekten- und Vogelarten, wie zum Beispiel dem Grünspecht. Richard Hartinger junior freute sich, dass er mit der Spende der Bäume auch ein Teil zur Stärkung des Bewusstseins für alte Apfelsorten leisten konnte. Die allgemeine Verarmung der Sorten, so Hartinger, führe zu geschmacklich mäßigeren Ergebnissen bei der Apfelsaftgewinnung und mit einer eigenen, 800 Hektar großen Apfelbaumfläche in Mecklenburg-Vorpommern habe man seitens der Firma bereits erfolgreich darauf reagiert. Er rief dazu auf, wieder mehr Äpfel in den heimischen Gärten zu pflücken und in der Mosterei abzugeben. In Mecklenburg-Vorpommern sei dies noch weit verbreitet, so Hartinger.Foto: ste

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