RINTELN (km). Die Interessengemeinschaft Bauernhaus lädt gemeinsam mit der Stadt Rinteln zu zwei Informationsveranstaltungen über einen Haustypus ein, der Jahrhunderte lang das Bild der Städte und Flecken in der Region geprägt hat - insbesondere auch die Fachwerkstadt Rinteln.
Dabei ist der Begriff "Ackerbürgerhaus" bei Fachleuten durchaus umstritten, obwohl ja allgemein bekannt ist, dass früher viele Stadtbürger in ihren Häusern Vieh gehalten und Landwirtschaft betrieben haben.
Auf den ersten Blick weisen diese Häuser viele Ähnlichkeiten mit den dörflichen Bauernhäusern vom Typ Vierständer-Hallenhaus auf. Wenn auch schmaler und höher geraten, was den beengten Platzverhältnissen in der Stadt geschuldet ist. Vor allem das rundbogige Einfahrtstor und die dahinter liegende hohe Diele legen den Vergleich nahe. Dem Hausforscher erschließen sich bei näherer Betrachtung jedoch erhebliche Unterschiede, sowohl vom konstruktiven Gefüge als auch von der Nutzung her, die sich beide im Laufe der Jahrhunderte natürlich auch verändert haben. Die Veranstaltungen sollen dazu dienen, sowohl die geschichtliche Entwicklung dieses spannenden Haustyps als auch die aktuelle Situation und insbesondere die Probleme, die die heutigen Besitzer mit dem überkommenen Kulturerbe haben, darzustellen. Es sollen aber auch konkrete Tipps zu Sanierungs- und Fördermöglichkeiten gegeben werden. Am Dienstag, dem 8. Mai, gibt es ab 19 Uhr im den Sitzungssaal (Raum 535) der Stadt Rinteln einen Vortragsabend. Die Referenten sind Ulrich v. Damaros, der zur Baugeschichte referieren wird, Manfred Röver beschäftigt sich mit Umnutzungs- und Sanierungsproblemen und Stadtbaurat Reinhold Koch informiert über Fördermöglichkeiten bei Sanierungsmaßnahmen mit dem Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz".
Am Sonntag, den 13. Mai, können ab 14 Uhr zwei der letzten, noch nahezu original erhaltenen Fachwerkhäuser unter fachkundiger Führung auch von innen besichtigt werden: Das bis zuletzt noch landwirtschaftlich genutzte Haus der Familie Eckel an der Schulstraße 5, sowie das Haus der Bäckerfamilie Ewald an der Bäckerstraße 15, dessen Fassade derzeit saniert wird. Außerdem wird dem im Bau befindlichen "Alten Museum" ein Besuch abgestattet. Als Fachleute stehen der Bauforscher Dr. Michael Sprenger aus Detmold (Autor des Buches "Bürgerhäuser und Adelshöfe in Rinteln"), sowie Manfred Röver und Ulrich von Damaros zur Verfügung. Treffpunkt ist um 14 Uhr an der Schulstraße 5.