APELERN (al). An Maßnahmen zur Verschönerung des Ortsbilds von Apelern, Lyhren und Reinsdorf können sich auch private Grundstückseigentümer beteiligen. Sogar Zuschüsse sind dafür möglich; vorausgesetzt, das fragliche Gebäude wurde vor 1945 errichtet und soll im Sinne der Dorferneuerung verändert werden. Gelder gibt es bei Vorliegen der Voraussetzungen jedoch auch für Tore und Zäune.
Neben einer Million Euro für öffentliche Maßnahmen, die die Gemeinde Apelern ausgeben darf, stehen derzeit 189.000 Euro für private Initiativen zur Verfügung. Wie diese Summe genutzt werden kann, erfuhren interessierte Hauseigentümer im Gespräch mit Vertreterinnen des Planungsbüros Kirchner sowie Jens Schwerin vom Amt für Landentwicklung. Die Behörde führt Anerkennungsverfahren durch. Alle Mühe ist jedoch vergebens, wenn Ungeduldige den Bescheid nicht abwarten: Wer vorher mit dem Umbau beginnt, hat den erhofften Zuschuss verspielt. Darauf wiesen nachdrücklich die Planerinnen Sabine Scherer und Anja Korf hin, als sie in Wort und Bild Möglichkeiten schildern, an Privatgebäuden ebenfalls zur Dorferneuerung beizutragen. Denkbar sind der Austausch von Fenstern und Türen, eine neue Dacheindeckung, die Beseitigung störenden Behangs an Fassaden sowie außerdem eine Neuordnung der Hoffläche, eine geänderte Einfriedung oder ein passendes Eingangstor geplant werden.
30 Prozent der Aufwendungen würden bezuschusst, wobei der Höchstbetrag für ein Gebäude 25.000 Euro beträgt. Bei einer möglichen Umnutzung bisheriger landwirtschaftlicher Betriebsflächen sind bis zu 75.000 Euro denkbar. Die Experten rieten, sich bei der Auswahl über die zu verwendenden Materialien sich direkt an das Planungsbüro zu wenden, um mögliche Fehler zu vermeiden: "Eine Baumarkttür dürfte keine Chance haben." Es bestehe auch die Möglichkeit, dass nur die Zutaten bezuschusst werden, weil der Hausherr selbst den Ausbau vornehmen möchte.
Der stellvertretende Gemeindedirektor Sven Janisch machte den Anwesenden Mut für eigene Investitionen: "Heute ist der Starttag." Auch er bot beratende Hilfe an, warnte aber ebenso wie Behördenvertreter Schwerin vor zu großer Euphorie: Antragsverfahren könnten sich auch über Monate hinziehen. Das sollte bei der persönlichen Terminplanung berücksichtigt werden.
Dass überhaupt private Maßnahmen der Dorferneuerung in die Förderung gelangen, geht auf eine Entscheidung des Landes Niedersachsen zurück. Dieses hat für die Jahre 2012 und 2013 jeweils sieben Millionen Euro bereitgestellt, nachdem beim Bund die Mittel ersatzlos weggefallen waren. Apelern selbst will bei den öffentlichen Maßnahmen schon in Kürze loslegen. Beihilfen in Höhe von 700.000 Euro werden für den Ausbau der Schmiedestraße und die Sanierung der Kulturschmiede, für die Steinkamp-Brücke und das Gerätehaus in Lyhren sowie für Umbauten der Reinsdorfer Ortsdurchfahrt erwartet.