Vorstandsmitglied Stefan Nottmeier hatte zum Pressegespräch Lars Grewe, Diplom-Ökonom von der UP-Consulzing GmbH, Thorsten Tünnermann, Teamleiter Berufserfahrung von der Arbeitsagentur Hameln und Heinz Schmidt, Fachberater für Berufsorientierung von der Landesschulbehörde, eingeladen.
Einig ware sich die "Consulter" zunächst darüber, dass durch die Verkürzung der Schulzeit auch weniger Zeit für berufliche Orientierung zur Verfügung stehe. Zudem zögen Eltern sich zunehmend aus der Begleitung der Kinder bei der Berufswahl zurück. Und, gab Lars Grewe zu bedenken: "Viele wissen mit 18 noch gar nicht so genau, was sie eigentlich werden wollen." -
Was einst als "Bewerbungstrainings" begann, ist inzwischen zum "JUMP! - Trainings-Programm" mit acht verschiedenen Bausteinen geworden. Innerhalb von 18 Jahren wurden rund eine halbe Million Schülerinnen und Schüler beraten. In Niedersachsen nehmen derzeit 22 Landkreise an der jeweils sechstündigen Maßnahme an den Schulen teil. In Schaumburg haben im vergangenen Jahr 88 Klassen an 15 Schulen mit rund 2000 Schülerinnen und Schülern mitgemacht. Beim Bemühen, Licht in den "Info-Dschungel" zu bringen, so Thorsten Tünnermann, gehe es vor allem darum, Motivation für Eigeninitiative aufzubauen. Dabei sei "die Netzwerk-Arbeit der beteiligten Organisationen das A und O".
Jede Schaumburger Schule hat unterdessen für ihre Schüler ein Berufsorientierungskonzept entwickelt. Dabei spielen auch außerschulischen Partnern eine wichtige Rolle.
Die Berufsberatung der Arbeitsagenturen verstärkt die Berufsorientierung (BO), nicht nur durch eigene Aktivitäten, sondern durch finanzielle und beraterische Unterstützung in Form von (erweiterter) vertiefter BO durch Dritte.
Für die vertieften Berufsorientierungen sind Ko-Finanziers erforderlich, im Fall von "JUMP" in Schaumburg ist das die Sparkasse. Als Anstalt öffentlichen Rechts, erläuterte Stefan Nottmeier, sei die Sparkasse einerseits verpflichtet, die heimische Region zu stärken, auf der anderen Seite tue man sich aber auch selbst einen Gefallen, weil die Förderung auch ein "Marketing für den eigenen Nachwuchs" darstelle.
2011 wurde für Niedersachsen eine Koordinierungsstelle Berufsorientierung eingerichtet, ebenfalls mit Mitteln der Bundesagentur für Arbeit finanziert. Dort können die Schulen Überblick über das Gesamtangebot an angebotenen Maßnahmen der vertieften Berufsorientierung erhalten und individuelle "Module" buchen, unter anderem auch "JUMP".
Heinz Schmidt, für Schaumburg zuständiger Fachberater von der Landesschulbehörde, wies schließlich noch einmal besonders darauf hin, dass der "Plan laufend verbessert" werde. Dazu benötige man aber unbedingt noch mehr Feedback von den Teilnehmern an den Maßnahmen in den Schulen.