RINTELN (km). Zahlreiche Mitglieder und Gäste der Senioren-Union konnte Vorsitzender Dieter Edler jetzt im vollbesetztem Tagungsraum bei einer Vortragsveranstaltung im Hotel "Stadt Kassel" begrüßen. Ein besonders herzliches Willkommen galt dem Referenten, Dr. Michael Börner, Facharzt für innere Medizin, sowie dessen beiden Assistentinnen.
"Dickdarmkrebs - weshalb ist Vorsorge so wichtig?" lautete das Thema des Mediziners, der seine Zuhörerschaft zunächst auch mit Hilfe von Schautafeln und Bildern über die Funktionsweise des Darmtraktes aufklärte - und darauf hinwies, dass sich rund 70 Prozent des menschlichen Immunsystems im Darmtrakt befinde. Börner wies darauf hin, dass die Gefahr von Darmkrebs laut Statistik gerade im steigenden Alter zunehme. Insgesamt erkrankten in Deutschland pro Jahr 73.000 Menschen an Dickdarmkrebs, der somit als "Zivilisationskrankheit" eingestuft werden könne. Die Risikofaktoren für einen Ausbruch lägen dabei zu rund 80 Prozent allein bei den Lebensgewohnheiten. Lediglich 20 Prozent seien durch genetische Prädispositionen bedingt. Kontraproduktiv seien vor allem Übergewicht, hoher Fleischverzehr, Rauchen, Bewegungsmangel oder hoher Alkoholkonsum. Im Umkehrschluss sei im prophylaktischen Bereich vor allem mehr Bewegung und Gewichtsreduktion empfohlen. Dabei gebe es eine einfache Faustregel: "Körpergröße minus 100 = Normalgewicht in Kilo, minus zehn Prozent = Idealgewicht in Kilo". Empfehlenswert sei ein Gewicht zwischen Normal- und Idealgewicht. Bei der Ernährung sollte ein bis zwei Mal pro Woche Fisch auf den Tisch kommen, während mediterrane Kost, unter anderem mit Olivenöl, immer empfehlenswert sei. Ballaststoffreiche Produkte wie Obst, Gemüse oder Salate förderten darüber hinaus die Darmbewegung. Besonders mahnte Dr. Michael Börner, die Vorsorgeuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen wahrzunehmen: Ab dem 50. Lebensjahr den Stuhl auf Blut untersuchen lassen, alle zehn Jahre eine Darmspiegelung durchzuführen - so könne das Krebsrisiko um 33 Prozent gesenkt werden. In der Realität freilich würden von rund 32 Millionen berechtigten Patienten nur 2,2 Prozent die Vorsorgekoloskopie in Anspruch nehmen. -
Das Fazit des Mediziners: Krebs sei vermeidbar, wenn Vorsorge-Untersuchungen durchgeführt würden. Und Krebs sei grundsätzlich heilbar, wenn er in einem frühen Stadium diagnostiziert werde.