LANDKREIS (km). Als "puren Aktionismus" hat die Schaumburger Grünen-Abgeordnete Ursula Helmhold den Plan von Kultusminister Althusmann kritisiert, ab 2014 mit fünf anderen Bundesländern gemeinsame Abituraufgaben vorzulegen. "Erst sollten die Probleme mit dem Turbo-Abi gelöst werden, bevor der Minister sich neue Aufgaben vornimmt," sagte die Grünen-Politikerin dazu. Statt den Schulen schon wieder neue Prüfungsvorgaben zu machen, sollte Niedersachsen die beschlossenen, länderübergreifenden Bildungsstandards umsetzen, forderte Helmhold; denn: "Zentralismus allein löst weder Gerechtigkeits- noch Qualitätsprobleme." Es sei zu befürchten, dass durch eine weitere Vereinheitlichung der Prüfungen die Schulen die pädagogischen Freiräume verlören und dringend benötigte kreative Begabungen und innovative Köpfe durch das Raster fallen. "Der Kultusminister will sich auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler profilieren," monierte Helmhold. Der Druck in den Gymnasien sei schon hoch genug. Man müsse nicht andauernd "neue Säue durch`s Dorf treiben" und die Jugendlichen, ihre Eltern und die Kollegien immer weiter verunsichern und belasten. Nach dem Zentralabi, Turboabi und dem doppelten Abiturjahrgang bräuchten die Gymnasien jetzt erst einmal Ruhe.
Wenn der Minister wirklich ein länderübergreifendes Kernabitur fordere, müsse er konsequenterweise auch sagen, dass die Aufgaben von einer externen Prüfungskommission gestellt und die Abiturarbeiten extern korrigiert und bewertet werden müssten. Helmhold: "Dafür müssten dann auch zusätzliche Mittel bereit gestellt werden." Außerdem helfe es nicht, die gleichen Arbeiten zu schreiben, wenn die Lern- und Arbeitsbedingen nicht gleich seien. Die Klassen seien, vor allem in den zehnten Klassen mit 30 bis 32 SchülerInnen viel zu groß.