1. Immer noch Reizthemen

    Dorferneuerung Riepen: Kruppa stellt Alternativen vor

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    RIEPEN (pd). Nach zahlreichen Anliegerversammlung, Fachausschuss-Sitzungen und Zusammenkünften der Arbeitsgruppe hat die "Dorferneuerung Riepen" erneut für lange Diskussionen gesorgt. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses war wieder zu spüren, dass noch lange nicht alles in "trockenen Tüchern" ist. Vor allem an der Frage, ob denn nun der von den Riepener Bürgern gewünschte Buswendeplatz tatsächlich gebaut werden soll, entbrannten unter Zuhörern und Ratsvertretern zum Teil heftig geführte Debatten. Am Ende sorgte ein vom Ausschussvorsitzenden Herbert Kruppa (SPD) eingebrachter Vorschlag für etwas Ruhe: Er sieht die Möglichkeit, durch eine Änderung der Streckenführung der Buslinie 4 den gewünschten Buswendeplatz streichen zu können.

    Bevor diese Alternative auf den Tisch kam, erläuterte Planer Professor Dr. Rainer Hobigk seine Pläne von der Umgestaltung des Wehrweges und des von Bürgern vehement geforderten Buswendeplatzes. Unmut kam bei Stadtdirektor Bernd Reese auf, als Herbert Kruppa zum wiederholten Male bemängelte, von der Verwaltung keinen klaren Zahlen über die Kosten für diese Maßnahmen zu erhalten. Frank Steen von der Wählergemeinschaft Nenndorf (WGN) hielt dagegen, dass zunächst eine konkrete Planung in Auftrag gegeben werden müsse, dann könnten Kosten ermittelt werden. Bernd Hothan, beratendes Mitglied, warnte vor Stillstand in den Bemühungen, die Dorferneuerung auf den Weg zu bringen. Fristen für die Bewilligung von Fördermitteln würden ablaufen und außerdem sei ein solcher Stillstand ein falsches Signal an die Riepener Bürger.

    Ralph Tegtmeier (SPD) beteuerte, seine Partei wolle eine "tragfähige Lösung" finden, bei der auch die Wünsche und Vorstellungen der Arbeitsgruppe mit einfließen. 160 000 Euro für einen Buswendeplatz seien aber zu teuer, so Kruppa. Billiger sei es, die Streckenführung der Buslinie 4 zu ändern. Wenn der Bus künftig einen Schlenker von Riepen über Ohndorf und Horsten zurück auf die B 65 mache, würde das gefährliche Rückwärtsrangieren wegfallen. Für Schulbusse könne statt der Haltestelle am Wehrweg ein Haltepunkt mit Wartehäuschen in Höhe Laake eingerichtet werden. Um den Kindern aus der Siedlung den Weg zum Bus zu verkürzen, könne eine zweite Haltestelle in Höhe der Beckedorfer Straße installiert werden.

    Nach den Worten des Ausschussvorsitzenden habe er schon Kontakt mit der Schaumburger Verkehrsgesellschaft (SVG) aufgenommen, um die Machbarkeit dieser Alternative prüfen zu lassen. Philipp Plümer (CDU) zeigte sich skeptisch, dass die SVG auf den Vorschlag eingeht. Hothan plädierte dafür, neben der Planung für einen Wendeplatz auch die Alternative von Kruppa auf ihre Machbarkeit hin zu überprüfen. Michael Kosian (WGN) wehrte sich gegen "Provisorien". Man solle auf die Bevölkerung hören, die einen Wendeplatz fordere.

    Unmut kam direkt aus dem Zuschauerbereich. "Das ist doch schon wieder ein taktisches Manöver, um Zeit zu gewinnen", ereiferte sich Horst Stüber über Kruppas neue Vorschläge. "Zwei Jahre ist nichts passiert und jetzt passiert wieder nichts", fügte er hinzu und verließ mit der großen Mehrheit der Zuhörer die Sitzung.

    Mit fünf Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und drei Enthaltungen wurde beschlossen, alternativ zum Buswendeplatz zu prüfen, ob die Buslinie 4 ihre Route verändern kann. Die Planungen für die Wendeschleife sollen weiter auf den Weg gebracht werden. Außerdem sprach sie die Mehrheit des Ausschusses dafür aus, die Sanierung des Wehrweges weiter bis zum Sportplatz zu führen.

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