SAMTGEMEINDE NENNDORF (pd). Die Gewinnung von Ökostrom macht auch vor der Samtgemeinde Nenndorf nicht halt. Der Energieverbund Schaumburg plant, vor den Toren von Riepen einen Windpark mit sieben bis acht Windkraftanlagen zu bauen. Bei einer Informationsveranstaltung im "Schmiedegasthaus Gehrke" informieren sich rund 120 Zuhörer über Details des Projektes. Nach Aussagen von Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese stand am Ende der Veranstaltung die Mehrheit der Anwesenden positiv dem Vorhaben gegenüber. "Die Information über das Projekt und die offensichtliche Zustimmung der Bürger sind das eine. Jetzt hat die Politik das Wort", erklärte Reese wenige Tage nach der Präsentation. Die jeweils 150 Meter hohen Windräder, die zwischen Riepen, Ottensen und Beckedorf aufgestellt werden sollen, können im Jahr insgesamt rund 37 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Nach den Worten von Florian Massante sei diese Energie ausreichend für 12 000 Haushalte. Der Projektentwickler vom Energieverbund Schaumburg stellte das Projekt vor und erläuterte Details. Es handele sich dabei um ein "interkommunales Projekt", da neben der Samtgemeinde Nenndorf auch die Samtgemeinde Lindhorst daran beteiligt sei. Das Projekt soll mit 25 Millionen Euro finanziert werden, Bürger könnten sich daran beteiligen.
Reese erläuterte, dass es bereits 2011 mit der Samtgemeinde Lindhorst Vorgespräche zur Realisierung des Windparks gegeben habe. Aufgrund der Reaktorkatastrophe in Japan sei die Ausrichtung über die Art der Energiegewinnung geändert worden. Jetzt liege der Schwerpunkt eindeutig auf die erneuerbaren Energien, das heißt zum Beispiel auch auf die Windenergie.
In der Umgebung gebe es ertragreiche Windgebiete. In Waltringhausen liefen bereits seit Jahren die Windräder mit guten Erträgen. Gemäß dem Motto "Global denken, lokal handeln" müsse der Bau von weiteren Windkraftanlagen vorangetrieben werden. "Natürlich können wir die Windrichtung nicht bestimmen, wohl aber die Segel richtig setzen", brachte es der Samtgemeindebürgermeister von Nenndorf in einer Pressemitteilung auf den Punkt.
Weitere Einzelheiten kamen im Verlauf der Bürgerfragestunde von Massante. Nach seinen Ausführung muss der Abstand zur nächsten Wohnbebauung mindestens 800 Meter betragen, bei einer Windanlage mit einer Höhe von 150 Metern inklusive Rotor. Wird eine Höhe von über 100 Metern erreicht, sei einer Befeuerung mit Licht bei Nacht notwendig. Die Flächen für den Windpark sind noch nicht genehmigt. Die Politik muss die Änderung des Flächennutzungsplanes beschließen. Der Lärmpegel darf im Außenbereich in Wohngebieten die 40-Dezibel-Grenze nicht überschreiten.