Der heute 80-Jährige lebt seit 1943 in Bad Nenndorf. Nach einer Maler- und Lackiererlehre mit anschließender Meisterprüfung und dem Erwerb der Hochschulreife danach folgte ein Studium an der Pädagogischen Hochschule und der Universität in Hannover in den Fächern Physik und Werken. Bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahre 1995 war Sickau im Lehrberuf tätig.
Sickau zeigte aber bereits als Jugendlicher hohes Interesse an der Malerei. In seinem Wohnzimmer hängen kleine Werke, die von ihm im jugendlichen Alter hergestellt wurden. Schon früh reifte in ihm die Vorstellung, Kunstmaler zu werden. Der Wunschtraum ließ sich in den Nachkriegsjahren aber nicht verwirklichen – aber legte den Grundstein für ein lebenslang ausgeübtes Hobby. Er brachte sich das Malen selbst bei. Er übte, indem er versuchte, nach Vorlagen großer Meister zu malen. Kurse besuchte er nie, auch einer Fachausbildung unterzog sich der Hobby-Künstler nicht.
"Die moderne und mehr gegenstandlose Malerei liegt mir nicht". sagt Sickau, "wohl aber die naturnahe Landschaftsmalerei mit Ölfarben". Nur wenige Aquarelle sind von ihm geschaffen worden. Der Nenndorfer bevorzugt Motive der engeren und weiteren Heimat. Auch sind von ihm oft Motive aus Urlaubsländern verarbeitet worden. Beispielsweise entstanden viele Bilder bei Urlaubsreisen nach Finnland. Dort ist er bei russischen orthodoxen Mönchen der Ikonenmalerei begegnet, eine Begegnung mit weitreichenden Folgen: Sickau beschäftigte sich lange Zeit mit der Ikonenmalerei und ihrer aufwendigen Maltechnik auf Kreidegrund und mit Blattvergoldung.
Seinem Hobby geht der gebürtige Dortmunder intensiv nach. Oft steht er stundenlang an der Staffelei in seiner Wohnung in der Landgrafenstraße. Seine für ihn typische Malweise beschreibt er als eine Technik in Anlehnung an den Impressionismus. Der Malvorgang ist für ihn, wie er es darstellt, neben der praktischen Betätigung eine ständige geistige und kreative Auseinandersetzung mit dem Motiv. "Ein Bild entsteht zuerst immer im Kopf und wird auf der Leinwand vollendet", erläutert er seine künstlerische Arbeit. Die beschränkt sich nicht nur auf das malerische Schaffen. Seit Jahrzehnten ist Walter Sickau fleißiger Sänger beim Männergesangverein Bad Nenndorf. Und dem Shanty-Chor stellt er in Solo-Partien seine Stimme zur Verfügung.
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