1. Kein Sinn für Hermann Löns auf Streifentapeten

    Stadthäger Hobbykünstler präsentiert seine Werke im Hofcafé Bruns

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    HOHNHORST (jo). Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten: "Gerahmte Hermann-Lönsbilder auf schnöden Streifentapeten haben mich schon immer gestört." Das jedenfalls meint Martin Eßmann. Und deshalb wählt der selbsternannte Autodidakt auch mitnichten triste Heidelandschaften als Motiv für seine handgemalten Ölgemälde. Vielmehr verwandelt der gebürtige Stadthäger blütenweiße Leinwände mittels leuchtender Farbkompositionen und humoristischer Karikaturen in kunstvolle Objekte. Und da kreativer Ideenreichtum und handwerkliches Geschick immer auch öffentlich gesehen werden wollen, stellt der ambitionierte Hobbykünstler bis einschließlich Sonntag, 1. April, 32 seiner Bilder im Hofcafé Bruns an der Hauptstraße 25 in Hohnhorst aus: "Ich finde es wunderbar, dass ich meine Werke in diesem wunderschönen Ambiente vorstellen kann", freute sich der 68-Jährige bereits im Vorfeld. "Vor allem weil meine Wartezeit bis zur Ausstellungseröffnung aufgrund der immensen Nachfrage regionaler Künstlern rund zwei Jahre betrug." Diese lange Zeit ist nun ausgestanden. Bei Gefallen haben Besucher sogar die Möglichkeit, Eßmanns Werke vor Ort käuflich zu erwerben.

    Seine große Liebe zur Kunst, vor allem zur gegenständlichen Malerei, entdeckte der ehemalige Vertriebsmanager im Bankwesen bereits in frühen Jahren im Zeichenunterricht. Selbstredend, dass sein erster Arbeitslohn sogleich in die Anschaffung einer Ölfarbenpalette floss. Mittlerweile hat Eßmann unter seinem Künstlernamen Filou mehr als 100 Bilder gemalt: "Allerdings habe ich auch schon viele Werke an meine Familienangehörigen verschenkt, beispielsweise zu Geburtstagen." Der Pensionär arbeitet bevorzugt mit Ölfarben: "Damit gelingen mir fließende Schattierungen am besten. Der Nachteil ist allerdings, dass die einzelnen Farbschichten eine sehr lange Trockenzeit benötigen." Bei den Nuancen Gold und Silber greift der Stadthäger daher prinzipiell auf Acrylfarben zurück: "Die Leuchtkraft ist hier einfach am wirksamsten. Seit neuestem verwende ich auch gern Ölkreide, um besonders feine Linien und Umrandungen zu zeichnen." Rund zehn Stunden arbeitet Eßmann, der bereits als Justizlehrer im Amtsgericht Stadthagen tätig war, durchschnittlich an einem Werk. "Aus diesem Grund schaffe ich es leider auch nicht, mehr als zehn Bilder im Jahr zu malen." Dennoch: Für den Pensionär ist der kreative Schaffensprozess vor allem ein willkommener Ausgleich zum Alltag. Und so zimmert er die rustikalen Rahmen für seine Bilder kurzerhand selbst zusammen. Der Kunstliebhaber nimmt sich bewusst viel Zeit für sein Hobby: "Denn ohne diese und viel Muße kann niemand richtig malen." Als Künstler im wörtlichen Sinne sieht sich Eßmann dabei jedoch nicht: "Ich bin ein handwerklich begabter Hobbymaler. Daher sollen meine Werke auch nicht visionär sein, sondern lediglich als farbenfrohe Inszenierungen selbsterkärend wirken." Zu seinen bevorzugten Motiven zählen Landschaften, Personen und Pflanzen. "Ich lasse mich gern inspirieren, meine Motive finde ich in Kalendern, auf Postern und in Galerien." Doch auch eigene Ideen verwandelt er mit Hilfe von Pinsel und Farbtube in visuell erlebbare Kreationen. Nur Tiere, die hat Eßmann bisher kaum auf die Leinwand gebracht: "Die einzigen Tiere, die ich bisher gemalt haben, waren ein Auftrag meiner Frau: Drei lustige, eierlegende Hühner für die Küche."

    Fotos: jo

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