RODENBERG (pd). Wolfgang Zikownia, Ehrenmitglied der Sportgemeinschaft Rodenberg, ist am 7. Februar im Alter von 90 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Mit ihm verliert der Verein einen Sportler, der sich in vielen Sparten aktiv eingebracht hat.
Zikownia, 1921 in Berlin geboren, war seit dem achten Lebensjahr Mitglied in mehreren Vereinen und übte die verschiedensten Sportarten aus, unter anderem Turnen, Leichtathletik, Handball, Fußball und Tischtennis. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fand er seine neue Heimat in Rodenberg, lernte hier das Tischlerhandwerk und arbeitete bis 1969 als selbständiger Tischlermeister. Danach wechselte er in den EDV-Bereich eines Betriebes in Hannover und trat 1986 in den Ruhestand. In all den Jahren hat er immer Zeit für den Sport gefunden und gründete in der Sportgemeinschaft die Abteilungen Tischtennis und Leichtathletik. Bis ins hohe Alter hat er aktiv an Wettkämpfen teilgenommen. 2001 wurde er Deutscher Meister in der Altersklasse M 80, 2007 in der gleichen Disziplin Dritter. Noch heute hält er die Bezirksrekorde im Kugelstoß, Diskus- und Hammerwurf in verschiedenen Altersklassen. Genauso viel wie der Deutsche Meistertitel zählte für ihn die Ehrung beim "Bürgerpreis 2007 - Sportlich aktiv" mit dem 1. Preis für sein Lebenswerk.
Eine besondere Leidenschaft war für ihn das Sportabzeichen. 50 Mal hat er die Bedingungen für das Sportabteichen erfüllt und 55 Jahre als Sportabzeichenprüfer gearbeitet. 3000 Prüfungen hat er in dieser Zeit abgenommen. Die Sportabzeichenstelle Rodenberg stand rund 40 Jahre lang unter seiner Leitung.
Wegen körperlicher Einschränkungen war es ihm seit einigen Jahren nicht mehr möglich, an Wettkämpfen teilzunehmen. Trotzdem nahm er mit Interesse am örtlichen Geschehen teil und pflegte den Kontakt zu Jüngeren, was ihn auch jung erhielt. Seine freie Zeit nutzte er, um Zeitungsartikel, alte Urkunden und Dokumente, die mit dem Sportabzeichen im ganzen Landkreis zu tun hatten, zu sammeln und zu sichten. Das Ergebnis seiner Archivierung umfasst mittlerweile sieben Ordner. Gern hätte er im nächsten Jahr das 100-jährige Bestehen des Sportabzeichen noch mitgefeiert.