POHLE/HÜLSEDE (al). Der ehemalige Steinbruch Hamelspringe könnte nach den gegenwärtigen Plänen als Deponie für Verbrennungsrückstände aus Kohlekraftwerken genutzt werden. Kommt es zu der Einlagerung, dürften auch die Ortschaften im nördlichen Sünteltal betroffen sein: Lastzüge rollen dann verstärkt auf der Kreisstraße von Pohle über Hülsede und Schmarrie. Noch ist über die Verfüllung nicht endgültig entschieden, weil es geologische und ökologische Bedenken gibt. Doch im münderschen Ortsteil Bakede regt sich bereits heftiger Widerstand: Zu groß ist dort die Sorge, dass werktags bis zu 30 Ladungen Asche angeliefert werden könnten. Ein Lokalblatt zitiert die Einschätzung von Ortsbrandmeister Rolf Wittich, dass "mit Hin- und Rückfahrt" 60 Lastzugbewegungen zu befürchten seien.
Wittich weist besonders darauf hin, dass die Ortsdurchfahrt das Dorf teile und zum Beispiel Schulkinder die Straße queren müssten. Käme es zu den Transporten, würden sie auch Teile Pohles und insbesondere Schmarrie belasten, da zu erwarten ist, dass deren Fahrer die kürzeste Strecke von der Autobahn nach Hamelspringe wählen. Und diese führt nun eben direkt über die Landesstraße 439 nach Pohle hinein und weiter über die Kreisstraße 57.
Im Rodenberger Rathaus ist das Thema inzwischen bekannt, wie Hülsedes stellvertretender Gemeindedirektor Günther Wehrhahn auf Anfrage mitteilte. Bereits Anfang Januar habe "Grünen"-Ratsherr Michael Ensslen einen entsprechenden Hinweis gegeben. Die Samtgemeindeverwaltung will sich nun von der Stadt Bad Münder informieren lassen und wegen der möglichen verkehrlichen Auswirkungen darauf hinweisen, dass hiesige Orte von der Deponieentscheidung mittelbar betroffen sind.