SAMTGEMEINDE (al). Die Zeit konstanter Verbrauchsgebühren bei Wasser und Abwasser in der Samtgemeinde Rodenberg ist offenbar vorbei. In einem ersten Anlauf diskutierte der Betriebsausschuss des Rodenberger Samtgemeinderates einen Vorschlag der Verwaltung, ab 2013 die Wasser-Grundgebühr um einen Euro pro Monat zu erhöhen und eine neue Abwasser-Grundgebühr von 60 Euro im Jahr einzuführen. Es kam jedoch zu keiner Entscheidung.
Die Gruppe CDU/Grüne/Wählergemeinschaft/Aktive Demokraten hat nach eigenen Angaben von Friedrich-Wilhelm Platte noch Gesprächsbedarf und bat deshalb um Vertagung. Auch in der SPD-Fraktion gab es offenbar kontroverse Diskussionen. Die Sozialdemokraten legten jedoch einen ersten Vorschlag vor: Ihr Sprecher Herbert Weibels sprach sich für eine monatliche Anhebung von 50 Cent aus und will die Verbrauchskosten von 1,12 auf dann 1,17 Euro steigen lassen. In ähnlicher Weise könne dies auch beim Abwasser geregelt werden.
Als Grund für die aus seiner Sicht notwendigen Erhöhungen nannte der Kaufmännische Werkleiter Rainer Langhals die hohen Fixkosten. Diese seien durch die so genannte "Zählergebühr" zu finanzieren. Der Experte überzeugte den Ausschuss mit Zahlen, rief aber die Kritik des Grünen-Ratsherrn Karsten Dohmeyer hervor. Dieser verlangte, vor einer Erhöhung nach Einsparungen zu suchen: "Wir müssen von den hohen Zahlen herunterkommen."
Dohmeyers Äußerung führte umgehend zu Widerspruch bei Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann: "Wir sind da für Vorschläge sehr dankbar." Allerdings dürfe dies nicht zu Lasten von Investitionen gehen. Heilmann warnte davor, die bisherige "Philosophie des Rates" umzukehren. In der Vergangenheit habe die Samtgemeinde "stets den Untergrund saniert", wenn eine Mitgliedsgemeinde ein Straßenbauprojekt betrieben habe: "Lassen wir das, kann es uns später böse erwischen." Bestes Beispiel sei dafür die Lauenauer Südstraße, in der bei einem ersten Ausbau auf den Ersatz der Leitungen verzichtet worden war. Die Folge: "Elf Rohrbrüche sind uns später teuer zu stehen gekommen."
Langhals erläuterte den Verwaltungsvorschlag, der bei der Wasserversorgung die monatliche Mehrbelastung von einem Euro bei einem Privathaushalt bedeute. Allerdings wären dies für die Kanalisation sogar fünf Euro im Monat.
Platte sieht zwar nach eigenen Angaben die Notwendigkeit einer Gebührenerhöhung ein; in den Reihen seiner Gruppe gebe es jedoch unterschiedliche Ansichten hinsichtlich der Aufteilung auf Grundgebühr und Verbrauch. Auch in der SPD sind offenbar verschiedene Sichtweisen vorhanden.
Heilmann kann die Diskussion verstehen: "Wir haben noch Zeit", riet er zu weiteren intensiven Beratungen. "Aber die Politik muss entscheiden", betonte er: Eine ausschließliche Steigerung der Grundgebühr treffe kleine Haushalte – "und damit auch die Rentner". Jede zusätzliche Erhöhung der Verbrauchs aber belaste zum Beispiel junge Familien mit mehreren Angehörigen: "Da muss man überlegen, ob man das wirklich will." Heilmann versprach, in der nächsten Sitzung Vergleichszahlen aus den umliegenden Kommunen vorzulegen: "Dann sieht jeder, wo wir stehen."