RINTELN (km). Die Rintelner Grünen wollen ein so genanntes "Stolpersteinprojekt" initiieren. Wie bereits in vielen anderen Orten in Deutschland und Europa sollen durch den Künstler Gunter Demnig Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir eingelassen werden.
"Auch in Rinteln wurden während der NS-Diktatur Menschen jüdischen Glaubens in die Vernichtungslager deportiert," erinnerte Grünen-Fraktionsvorsitzende Ursula Helmhold. Der Rintelner Geschichtsforscher Kurt Klaus habe in seinem Buch "Rintelns Juden" zwei Transporte aus dem Jahr 1942 dokumentiert: Am 28. März seien 20 Personen nach Warschau, am 23. Juli vier Personen nach Theresienstadt deportiert worden. Keiner der Deportierten habe das Ghetto oder das Konzentrationslager überlebt. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist," hat der Künstler Gunter Demnig gesagt. Mit den Steinen vor den Häusern der Opfer werde die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst dort gewohnt hätten. "In das Projekt sollten vor allen Dingen auch die Schulen und Kirchengemeinden eingebunden werden. So wird Geschichte für Jugendliche, beispielsweise im Rahmen von Projektarbeit oder im Konfirmandenunterricht, erlebbar," erläuterte Ursula Helmhold. Einige Schulen und Kirchengemeinden hätten bereits Interesse an dem Projekt bekundet. In Rinteln kämen verschiedene Häuser in Frage. Im Dezember 1940 etwa lebten im Haus Dauestraße 1 sieben Personen, ebenso in der Bäckerstraße 53, in der Hafenstraße wohnten fünf Betroffene. Weitere Häuser seien in dem Buch "Rintelns Juden" dokumentiert. -
Nach dem Willen der Grünen soll die Stadt das Projekt unterstützen, die erforderlichen Genehmigungen unbürokratisch erteilen und die Verlegung bezuschussen.
Auch Menschen, die sich "als aufrechte Demokraten durch vorbildliches Verhalten dem Terror des Nationalsozialismus widersetzt haben oder in früheren Zeiten einen Beitrag zur Entwicklung unserer Demokratie geleistet haben, sollen in den Fokus rücken und bei künftigen Straßenbenennungen berücksichtigt oder auch durch Hinweistafeln an passender Stelle geehrt werden," stellen die Initiatoren anheim.