APELERN (al). In ein neues Glasfaserkabel, das die Deutsche Telekom quer durch Apelern gelegt hat, sieht die Gemeinde neue Hoffnungen. "Das ist eine ordentlich dicke Leitung", beschrieb der stellvertretende Gemeindedirektor Sven Janisch die Investition, die den Ort an der Kreuzung Hauptstraße/Lauenauer Straße streift. Dort könnte mit einem Abzweig auch das Apelerner Netz angeschlossen werden.
Bislang besteht bei dem großen Konzern dazu offenbar wenig Neigung: Apelern gilt als grundversorgt. Würde aber ein Bedarf erkennbar sein, könnte die Telekom oder ein anderes konkurrierendes Unternehmen einsteigen. Allerdings müsse zunächst ein Interessenbekundungsverfahren ausloten, wie umfangreich der Bedarf sei und ob die Gemeinde möglicherweise zu einem Teil an den Kosten beteiligt werden muss.
Dass Apelern überhaupt Berücksichtigung finden könnte, liegt an dem auf einem Teilgebiet befindlichen Logistikpark. Wegen der dort ansässigen Unternehmen ist für den gesamten Gemeindebereich ein höherer Versorgungsbedarf anerkannt.
Das Verfahren muss in das Breitband-Kompetenzzentrum des Landes eingebracht werden. Trotz der in finanzieller Hinsicht "ungelegten Eier" sieht Janisch für die Gemeinde "eine Riesenchance".
Sie könnte bei einer Realisierung sich auch auf andere Ortsteile positiv auswirken.
Einstimmig beschloss der Ausschuss für Bau, Umwelt und Wege, das Verfahren zu eröffnen. Zuvor aber hob Bürgermeister Heinrich Oppenhausen noch mahnend den Finger in eigener Sache. Nicht die Verwaltung allein sei auf die Idee gekommen, bei der Telekom anzuklopfen: "Dafür hat der ganze Rat schon eine ganze Menge getan."