1. Bewerbersuche bleibt oft erfolglos

    Kirchengemeinden beklagen fehlende Kandidaten für den Kirchenvorstand

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    LAUENAU/HÜLSEDE (al). Ein siebenköpfiges Gremium der beiden Kirchengemeinden St. Lukas in Lauenau und St. Ägidien in Hülsede sucht fieberhaft Kandidaten. Rund sechs Wochen vor dem letztmöglichen Termin bestehen noch erhebliche Lücken auf der Liste für die am 18. März anstehenden Kirchenvorstandswahlen. Eigentlich weiß sich der Wahlausschuss schon jetzt keinen Rat mehr.

    Soeben hat das Gremium wieder getagt. Pastor Dieter Meimbresse, Diakonin Andrea Nieragden sowie die Kirchenvorsteherinnen Brigitte Wilczok und Sylvia Burk gehen Namenslisten durch. Dass an diesem Abend drei Ausschussmitglieder fehlen, ist geradezu symptomatisch für die ganze Situation. Berufliche und gesundheitliche Gründe zwangen Friedhelm Lombeck, Marita Neumann und Doris Schmidt zu Absagen.

    Absagen gab es zuhauf auch bei der Kandidatensuche. Während für die Orte Lauenau und Hülsede zumindest halbwegs die Mindestzahl erreicht wird, obwohl noch einige Namen mit einem Fragezeichen versehen sind, bedauert es Meimbresse, dass "auf den Dörfern" absolute Ebbe herrscht: Aus Pohle und Feggendorf konnte niemand gewonnen werden; in Altenhagen II sind die Verhandlungen noch nicht beendet. Was Meimbresse aber am meisten stört, ist die Situation in Messenkamp. Für den hier noch rechtlich völlig selbstständigen Kapellenvorstand ist kein einziger Bewerber in Sicht. Die drei jetzigen Mitglieder stehen für eine erneute Nominierung nicht zur Verfügung. Wenn sich bis Ende Januar kein Kandidat findet, dürfte die hiesige St. Georgkapelle zum Problemfall werden.

    Meimbresse weiß selbst noch nicht, was dann passiert: "Vielleicht wird die Kapellengemeinde dann aufgelöst." Die mangelnde Bereitschaft hiesiger Christen zur Mitarbeit in Kirchenverwaltungsfragen ist kein spezifisches Lauenauer oder Hülseder Problem. In zahlreichen anderen Gemeinden wird ebenfalls Klage über fehlende Kandidaten geführt. Es gibt Kirchspiele, in denen sich keine einziger Bewerber finden ließ.

    Meimbresse glaubt, dass dieses "gesellschaftliche Problem" nun auch die Kirchen erreichte habe: Immer weniger wollen sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit engagieren. Zudem würden nur noch "Events" gesucht. Will heißen: Die Kirche sei nur noch für "Taufe, Konfirmation und Trauerfeier" gut oder bei einem speziellen Gottesdienstangebot. Der Kirchgang an einem "normalen Sonntag" habe stark abgenommen.

    Ein weiteres Problem sieht der Pastor im Schwund der Christengemeinde. Dabei seien es weniger die Austritte, die ihm Sorgen machen: Den Trauerfeiern stehe eine zu geringe Zahl von Taufen gegenüber. Allein in den letzten sechs Jahren habe das Kirchspiel Lauenau 600 Mitglieder verloren.

    Den ausscheidenden Kirchenvorstehern dankt der für beide Gemeinden zuständige Geistliche schon jetzt. Dass sie nicht mehr weitermachen, habe "nachvollziehbare Gründe". Umso mehr richtet sich die Hoffnung auf Nachfolger, auch wenn – wie Kirchenvorsteherin Sylvia Burk einräumt – "eine Wahlperiode von sechs Jahren doch sehr lang ist". Andererseits aber sei gerade die nahe Zukunft besonders interessant. In Hülsede könne der neue Kirchenvorstand bei der umfassenden Restaurierung des dortigen Gotteshauses mitreden; in Lauenau gehe es bald um die Um- und Neugestaltung der Fläche rund um St. Lukas. Zudem könnten die Kirchenvorsteher sich mit aller Kraft für den Erhalt einer wichtigen Stelle einsetzen: Aus finanziellen Gründen ist der Arbeitsplatz der hiesigen Diakonin gefährdet. Dafür lohne es sich doch zu kämpfen, glaubt nicht nur Meimbresse an den Eifer neuer Amtsträger. Foto: al

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