LAUENAU (al). Der seit sechs Jahren bestehende Internationale Frauentreff Lauenau (IFL) hat sich aufgelöst. Wegen der beruflichen Tätigkeit etlicher Mitglieder waren immer weniger Teilnehmer zum monatlichen "Tauschfrühstück" gekommen. "Schade eigentlich", befinden Axum Müller und Weiyi Tilgner-Chang. Es bleiben private Freundschaften. Einmal im Monat kommen sie zum "English-Meeting" zusammen.
Mit dem Ende der Gruppe aber blieb ein Kassenrest übrig. Die 300 Euro sollten möglichst einem "internationalen Projekt" zugute kommen. Da erinnerten sich die Frauen an die regelmäßigen Fahrten, die der Lauenauer Schulhausmeister Anton Bruns ins polnische Orzegow unternimmt, um einem dortigen Kinderheim Sachspenden zu bringen. Die Ordensschwestern, die das Haus betreuen, sorgen überdies dafür, dass ärmste Familien ebenfalls in de Genuss der Zuwendungen kommen.
Soeben ist Bruns zum 18. Mal aus der rund tausend Kilometer entfernten Kleinstadt zurückgekommen. Wieder wurden er und Ehefrau Mechthild herzlich empfangen: "Wir müssen mit unserem Auto nur um die Ecke kommen, da ist die Freude schon riesengroß", beschreibt Bruns seine Eindrücke: "Die Hilfe ist so notwendig, weil die Armut so groß ist."
Deshalb freute er sich auch über die Idee des IFL, das Geld für die Unterstützung in Polen zur Verfügung zu stellen. Bruns hat noch mehr Wünsche. Er bittet besonders um Baby- und Kinderkleidung, weil der Orden neben dem jetzigen Heim ein weiteres Zuhause für "verlassene oder verstoßene junge Mütter mit Kleinkindern" schaffen will. "Es fehlt am Nötigsten", hat er bereits entdeckt.
Deshalb ist für ihn klar: Wenn sich wieder genug Kartons und Kisten in der Lauenauer Schule stapeln, macht er sich erneut auf den Weg. Foto: al