RODENBERG (pd). Bad Nenndorf hat schon längst welche, so wie andere Städte im Landkreis Schaumburg auch. Jetzt soll auch in Rodenberg ein erster Stolperstein verlegt werden. Einen entsprechenden Antrag auf Verlegung eines solchen Steines zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus vor dem Haus Echternstraße 19 hat das Bündnis gegen Rechtsextremismus (BüRo) jetzt an den Rat der Stadt gestellt.
Gleichzeitig bittet das Bündnis um kostenlose Unterstützung durch das Bauamt bei der Verlegung der Stolpersteine.
Seit Jahren macht der Kölner Künstler Gunter Demnig mit seiner Aktion "Stolpersteine" auf sich aufmerksam. Mit Erinnerungssteinen aus seiner Werkstatt soll auf öffentlichem Raum an Bürger gedacht werden, die Opfer von Nationalsozialismus und Willkürherrschaft wurden. Im Haus Echternstraße 19 hat Paul Jost gelebt, der von den Nazis inhaftiert wurde und kurz nach dem Krieg im Zuchthaus Hameln verstorben ist.
Nach einer Pressemitteilung von BüRo-Sprecher Uwe Märtens hat der Eigentümer des Hauses zugestimmt, dass vor seinem Haus der Gedenkstein in die Erde gesetzt wird. Nach den Plänen des Bündnisses soll die Verlegung im Frühjahr 2012 erfolgen.
Märtens bittet im Namen von BüRo um finanzielle Unterstützung für weitere Projekte. Um unabhängiger von spontanen Zuwendungen zu werden, bittet das Bündnis um einen festen Betrag im Haushalt, analog zur Agenda 21. "Das die Arbeit gegen Rechtsextremismus in der Vergangenheit viel zu gering geschätzt wurde, dürfte nach den aktuellen Ereignissen und insbesondere unter Beteiligung eines Lauenauers nun vielen deutlich geworden sein", schreibt der Sprecher in seinem Antrag an die Stadt.
Der erhoffte Zuschuss in Höhe von 500 Euro soll laut Märtens zielgerichtet für Veranstaltungen, die den Wert der Demokratie deutlicher machen, bzw. für Veranstaltungen, die die Gefahren von rechts aufzeigen, genutzt werden. Vorrangig soll das Geld für Recherche-Arbeit und Kosten für weitere Stolpersteine in Rodenberg verwendet werden.