RINTELN (ste). Markus Meier, Ortsbrandmeister von Goldbeck und mit Leib und Seele Feuerwehrmann, besuchte jetzt das "Fire Department Schaumburg/Illinois". Sein Bericht nach dem Besuch hat er dem Schaumburger Wochenblatt zur Verfügung gestellt:
"Nach einem Vorgespräch am beim Chief des Fire Department, Mr. Schumann, war es am nächsten Tag endlich so weit. Punkt neun Uhr traf ich in der Wache 50 ein. Der Chief teilte mich der Wache 52 zu. Diese lag in unmittelbarer Nähe zu Woodfield Mall. Es ist eines der größten Einkaufscenter der USA und hat somit die meisten Brandeinsätze der Feuerwehr Schaumburg. Doch hierfür musste ich erst einmal eingekleidet werden. Also ging es erst einmal in den Keller. Hier wurden mir eine Überhose, eine Überjacke und ein Helm verpasst. So ausgestattet bin ich dann von einem Officer zur Wache 52 gebracht worden. Zu der Wache gehörten insgesamt drei Fahrzeuge. Eine "Engine", die am ehesten mit einem HTLF zu vergleichen ist, einer "Ladder" (einer Drehleiter ohne Korb), eine Ambulance und insgesamt sieben Kameraden in einer Schicht. Ich wurde als dritter Feuerwehrmann der Ladder zugeteilt. Nachdem ich meine Einsatzbekleidung in der hinteren Kabine verstaut hatte, wurde mir mein Bett im Schlafsaal für die Nacht zugeteilt. Hier für mich schon die erste Überraschung: Der Schlafsaal ist wie die ganze Wache voll klimatisiert. Er ist in kleine Nischen mit Stellwänden und Vorhängen eingeteilt, in denen jedem Feuerwehrmann ein richtiges Bett sowie ein Schrank und ein Nachtschrank zugeteilt sind. Für die "einsatzfreie Zeit" gibt es einen Fitness-Raum mit Crosstrainer, Hantelbank, Laufband und Trimmrad und einem sehr gemütlichen Aufenthaltsraum mit bequemen Sofas, Fernsehsesseln, einem großen Plasma-Fernseher und einer Stereoanlage. Ebenfalls gibt es auf der Wache eine große Küche in der sich die Kameraden selber versorgen. Nach der Führung durch die Wache wurde ich noch in das Alarmierungssystem eingewiesen und machte es mir dann im Sofa vorm Fernseher bequem. Es dauerte auch gar nicht lang, da gab es den ersten Alarm für unser Fahrzeug. Ich sprang auf und wollte zum Fahrzeug rennen, doch die beiden Kameraden blieben ganz ruhig, gingen ohne Eile zum Fahrzeug, zogen die Einsatzbekleidung über, bestiegen das Fahrzeug und dann ging es los. Es war jedoch ein Fehlalarm. Wieder an der Wache angekommen erklärten mir die beiden Kameraden, beim nächsten Einsatz ruhig zu bleiben und mich in sorgfältig auszurüsten, denn an der Einsatzstelle wird es dann noch hektisch genug. So ging es dann noch zwei Mal am Tag und um 1 und 4 Uhr in der Nacht los. Tags darauf gab es dann noch eine Riesenüberraschung für mich. Ich hatte mich schon am Vorabend gewundert, da der Captain meinen Reisepass haben wollte. Ich musste meine Einsatzbekleidung von der Ladder nehmen und mich zum Engine begeben. Es ging zum Chicagoer Flughafen O‘Hare. Wir nahmen an einer Übung teil, bei der ein Flugzeugbrand simuliert wurde. Man kann es nicht erklären, deswegen lasse ich hier einfach mal die Bilder sprechen. Nur so viel sei gesagt. Es ist hier mit richtigem Kerosin gearbeitet worden. Als Fazit kann ich nur sagen; es waren tolle 24 Stunden für mich. Habe viele neue, tolle Leute kennen gelernt. Mein Dank gilt der SDAG und der Sister Cities Schaumburg, die mir dieses Erlebnis ermöglicht haben.
Foto: privat