1. Lausbubenstreiche in 20 Sprachen

    Wanderausstellung über "Max und Moritz" bis Ende Januar in der Lauenauer Sparkasse

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    LAUENAU (al). Vom schaumburgischen Wiedensahl aus sind sie buchstäblich rund um die Welt gegangen: Die Streiche von "Max und Moritz" gibt es inzwischen in 300 Übersetzungen. Natürlich heißen die beiden Lausbuben nur in Deutschland so; ihre Namen sind dem jeweiligen Land angepasst. Und auch Lehrer Lämpel oder Witwe Bolte tragen in Afrika, Amerika oder Fernost andere Bezeichnungen. Ein Beispiel: Die Frau, die Kohl und Hühnchen liebte, heißt für türkische Kinder "Fatma Dudu".

    Das alles können Besucher der Lauenauer Sparkasse erfahren, wenn sie sich ein wenig Zeit für eine Wanderausstellung nehmen, die noch bis Ende Januar zu sehen ist. Eine große Säule und vier Tafeln sind Teil einer Schau, die vor zwei Jahren im Wilhelm-Busch-Museum in Wiedensahl auf enorme Aufmerksamkeit gestoßen war. Zu schade, sie im Magazin verschwinden zu lassen, befand Marketingchef Werner Nickel von der Sparkasse Schaumburg. Er entwickelte mit Museumsleiterin Gudrun-Sophie Frommhage-Davar die Idee, die Exponate auf Reisen zu schicken. Schon waren sie in Rinteln und Bückeburg, in Bad Nenndorf und Stadthagen zu sehen.

    Nun nutzte Lauenaus Filialleiter Frank Frevert die Gegebenheiten in hiesigen Räumen. Schnell war etwas Mobiliar beiseite gerückt, so dass die ersten Besucher bereits näher treten konnten. Per Knopfdruck an der großen Säule mit der Weltkarte rufen sie eine der 20 gespeicherten Versionen in fremder Sprache auf: Unter anderem sind türkische und japanische, russische oder persische Verse zu hören, während auf einer großen Weltkarte ein grünes Lämpchen blinkt. Rote Markierungen weisen auf die zahlreichen weiteren Übersetzungen hin. Und auf die deutschen Dialekte: "Max und Moritz" gibt es eben auch auf Bayerisch, Plattdeutsch oder Sächsisch.

    Die vier Tafeln enthalten viel Wissenswertes über die Entstehungsgeschichte, über Kult und Kitsch, die mit den beiden Figuren verbunden sind, sowie über die Verbreitung der Verse in alle Welt.

    Gudrun-Sophie Frommhage-Davar verbindet mit der Wanderausstellung ein weit größeres Vorhaben: Von 2013 bis 2015 wird das 150-jährige Bestehen der Bildergeschichte gefeiert, weil zwischen 1863 und 1865 Buschs Inspiration in Ebergötzen, die Zeichnungen in Wiedensahl und die erste Buch-Auflage in München liegen. Ein weiteres ehrgeiziges Ziel würde sie bis dahin in Wiedensahl selbst realisieren wollen: ein eigenes "Max und Moritz"-Museum ganz in der Nähe von Buschs Geburtshaus.

    Foto: al

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