1. Beim "Pilotraum" soll es nicht bleiben

    Lauenauer Grundschule stellt erstes Beispiel nach neuer "Pädagogischer Architektur" vor

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    LAUENAU (al). Mehr Licht und helle Wandflächen, eine Akustikdecke und leicht verschiebbares Mobiliar: So präsentiert sich ein erstes Klassenzimmer im Altbau der Lauenauer Albert-Schweitzer-Schule. Wenn es nach dem Lehrerkollegium geht, sollen diesem "Pilotraum" weitere Flächen folgen. Sie sind Bestandteil der von Schule und Eltern entwickelten "Pädagogischen Architektur": Unterricht kann flexibler gestaltet werden, indem sich Klassen in Gruppen aufteilen und unterschiedliche Arbeiten erledigen, ohne sich gegenseitig zu behindern. Solche Gruppen "hätten wir nur auf den Flur setzen können", beschrieb Schulleiter Detlef Jelitto die bislang fehlenden Möglichkeiten. Zwar seien die Räume im Neubau größer; aber der alte Trakt wies nur kleine Klassenzimmer auf: Deshalb wurde in der zweiten Etage eine Wand durchbrochen, um aus zwei kleinen Flächen eine große entstehen zu lassen.

    Jelitto stellte den "Pilotraum" jetzt dem Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, Jörg Döpke, dem Lauenauer Sparkassenchef Frank Frevert und dem Vorsitzenden des Schulfördervereins, Manfred Steffen, vor. Die drei Gäste haben in größerem oder kleinerem Umfang Anteil an der Finanzierung. Allein die Samtgemeinde Rodenberg investierte 6500 Euro in Stühle, Tische und Schränke neben weiteren Aufwendungen für Wände und Fußboden. Der Elternverein und die Sparkasse flankierten mit zusätzlichen Mitteln die Einrichtung. Die Gäste konnten sich davon überzeugen, wie der neue Raum sich mit wenigen Handgriffen verändern lässt. Die Kinder selbst können die dreieckigen Tische dank geringen Gewichts und einem Rollensystem verschieben: Aus einer großen U-Form entstehen buchstäblich im Handumdrehen kleinere Sitzgruppen. Mobile Trennwände können sie voneinander abschirmen.

    Für die Samtgemeinde Rodenberg lobte Jörg Döpke das Engagement in Lauenau: "Die Schule macht sich hier viele gute Gedanken." Allerdings bedürfe "dieser wichtige Schulstandort" auch hohe Investitionen. Gerade erst seien dringende energetische Maßnahmen veranlasst worden; im kommenden Jahr müsse eine neue Heizungsanlage folgen.

    Für Jelitto indes sind die baulichen Veränderungen im Innern des Gebäudes eine wichtige Voraussetzung für neue Herausforderungen.

    Vom Jahr 2018 gilt die so genannte Inklusion. Dann hat die Schule im Rahmen behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam zu unterrichten. Vereinzelt findet das jedoch schon jetzt statt. Momentan sind vier Lernbegleiter eingesetzt, die Schülern mit unterschiedlichen Handicaps helfen. Foto: al

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an