Eigentlich war alles klar. Liewald wollte Streckers Nachfolge als Fraktionssprecher im Lauenauer Rat antreten und kündigte deshalb seinen Rücktritt vom Parteivorsitz an. Denn bei den Lauenauer Christdemokraten ist die Trennung beider Ämter Tradition – und dem mit den jeweiligen Funktionen verbundenen Arbeitsaufwand geschuldet.
Doch schon im Februar, als eigentlich Jahreshauptversammlung sein sollte, ließ sich kein Bewerber finden. Der Vorstand verschob den Termin bis nach der Kommunalwahl in der Hoffnung, dass sich dann eine Lösung ergebe. Als jetzt aber der stellvertretende Vorsitzende des CDU-Amtsverbands, Erhard Steege, die Wahlleitung übernahm und einen Appell formulierte ("Gebt euch einen Ruck, habt Mut!"), herrschte weiter Schweigen unter den anwesenden zwölf Parteifreunden aus den Gemeinden Lauenau und Messenkamp.
Liewald selbst schlug vor, dem Ortsverband bis zur turnusmäßig nächsten Jahreshauptversammlung im Februar eine weitere Frist zu geben. Das stieß zunächst auf Kritik beim Feggendorfer Hans-Henning Wehl, der auf die Parteisatzung verwies. Danach müsse der amtierende Vorsitzende bis zur Wahl eines Nachfolgers geschäftsführend tätig sein. Dies wollte Liewald jedoch nicht und bat darum, die Funktion seinen unverändert zur Verfügung stehenden Stellvertretern zu übertragen.
Die Mehrheit stimmte zu und bestätigte zugleich Nicole Bruns und Thorsten Lück in ihren Funktionen. Ihre Aufgaben behalten Schatzmeister Wehl und Schriftführer Jens Heinzelmann. Als Beisitzer wurden einstimmig Wolfgang Bialas, Hartmut Pingpank und Elke Harms nominiert. Hinzu kommen kraft ihrer Ämter Tobias Siebert (Junge Union), Burkhard Liewald sowie der Messenkämper Fraktionssprecher Udo Meyer.
In seiner Jahresbilanz ging der scheidende Vorsitzende auf die 40-Jahr-Feier ein und lobte den guten Besuch des letztjährigen "Feuerzangenbowle"-Abends. Er bedauerte den Verlust eines Mandats bei der Lauenauer Gemeinderatswahl und berichtete über die Bildung einer Gruppe von CDU-Fraktion und "Grünen". Als letzte Amtshandlung zeichnete er Karl-Heinz Strecker für 40-jährige Mitgliedschaft aus. Dieser erinnerte sich, bereits "sechs Wochen vor Gründung des Lauenauer Ortsverbands" in die Partei eingetreten zu sein und bald darauf auch die hiesige Junge Union gegründet zu haben.
Ebenfalls für vier Jahrzehnte in der CDU hätten Heinz Bruns und Friedrich Konerding ausgezeichnet werden können, die jedoch aus Alters- und Krankheitsgründen nicht erschienen waren. Foto: al