1. Edathy wechselt für einen Tag die Seiten

    SPD-Bundestagsabgeordneter besucht das hiesige Unternehmen Maschinenbau-Knoche

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    BAD NENNDORF (bt). An dem Tag, an dem in Europa große Politik durch die Regierungschefs gemacht wurde und das Thema Euro in nahezu aller Munde war, kam auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy in direkten Kontakt mit dem Thema - aber nicht in Berlin, sondern in Bad Nenndorf. Der Politiker war in seinem Wahlkreis einer Einladung der Firma Knoche-Maschinenbau gefolgt und wechselte nach dem Verständnis des Bundesverbandes junger Unternehmer für einen Tag die Seiten.

    "Seitenwechsel" heißt eine Initiative der Jungen Unternehmer, in der sie an die Politiker appelliert, sich für einen Tag in Betriebe zu begeben, um so hautnah Nöte, aber auch Erfolge unternehmerischen Tuns vor Ort kennen zu lernen.

    Jörg Knoche, seit rund zehn Jahren Geschäftsführer und Junior-Chef in dem Unternehmen, machte im Gespräch mit dem Bundespolitiker deutlich, dass der europäische Binnenmarkt und der Euro für das Familienunternehmen von sehr hohem Wert sind. Der Betrieb stellt mit 40 Mitarbeitern Maschinen und Geräte für die Landwirtschaft her. Insgesamt gehen sechzig Prozent der hergestellten Produkte in den Export, davon neunzig Prozent in EU-Mitgliedsländer. Für Knoche ist der Euro grundsätzlich von Vorteil und bietet Chancen für ganz Europa. Ein geringer Exportanteil der Knoche-Maschinen geht in den japanischen und den iranischen Markt.

    Seit 1978 gibt es die Firma am Standort in Bad Nenndorf. Vorher war sie in Horsten zu Hause, wo sie aus einer 1792 gegründeten Schmiede hervorgegangen ist. Unternehmensgründer und Senior Heinrich Knoche ist ebenfalls noch als Geschäftführer, aber auch als Tüftler bei neuen Erfindungen tätig. So lieferte der Senior erst kürzlich entscheidende Ideen für die Produktreife der von der Firma neu entwickelten Doppel-Vierkantwalze. Mit diesem für eine umweltfreundliche Schädlingsbekämpfung geeigneten Gerät kann der Lebensraum der Maiszünsler-Larve mechanisch statt chemisch oder durch Gen-Veränderung mit sehr hohem Wirkungsgrad beschnitten werden. Sebastian Edathy zeigte sich von dem generationenübergreifenden Arbeiten in dem Familienbetrieb beeindruckt. Der Politiker freute sich darüber, dass das Unternehmen keinen Mangel an Nachfrage zu beklagen habe, sich stattdessen bei stabilen Mitarbeiterzahlen weiter auf Expansionskurs befinde. Gerade erst sei eine neu geschaffene Freiflächenlackieranlage im Wert von rund 350.000 Euro in den Betriebsablauf integriert worden, erklärte Knoche. Bei der Ausbildung von Nachwuchskräften bilde das Unternehmen sogar über den Bedarf hinaus aus, lobte Edathy. Kritisch hinterfragt wurde in dem Gespräch zwischen dem jungen Unternehmer und dem Politiker der Dauerbrenner Bürokratieabbau. Hier konnte Edathy darauf verweisen, dass das mit hohem bürokratischem Aufwand für die Firmen betriebene Elena-Verfahren eingestellt worden sei. Wenig Verständnis zeigte Jörg Knoche dafür, dass höhere Zuwendungen beispielsweise an langjährige Mitarbeiter der Besteuerung unterlägen, worauf Edathy als Antwort auf die Haushaltslage des Bundes verwies. Als Problem für die Betriebe wurde auch die zweimalige Meldung pro Monat zur Einkommenshöhe jedes Mitarbeiters an die Krankenkassen eingestuft. Der SPD-Mann versprach nachzuhaken. Er konnte nachvollziehen, dass der Verwaltungsaufwand für die Beschäftigung eines Praktikanten zu hoch sei, wie der Firmenchef vortrug. Edathys Antwort: "Dies müsste vereinfacht werden." , Der Politiker hatte selbst vor fünf Jahren ein eintägiges Praktikum bei Knoche abgeleistet.

    Beide bezeichneten ihr Gespräch abschließend als "gut" und der Politiker zeigte sich nach eigenem Bekunden danach für Alltagsprobleme von mittelständischen Unternehmen sensibilisiert. Edathy freute sich aber auch darüber, "dass es im Landkreis Schaumburg solch engagierte und erfolgreiche Unternehmen gibt." Die Firma Knoche-Maschinenbau wird nach Aussage ihres Juniorchefs bei gleicher Mitarbeiterzahl den eingeschlagenen Weg beibehalten.

    Foto: bt

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an