1. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ehrt langjährige Mitglieder

    "Ohne Gewerkschaften ist der Sozialstaat und die Demokratie gefährdet"

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    RINTELN (ste). Die Dienstleistungsgewerkschaft "ver.di" ehrte jetzt Jubilare für 25, 40, 50, 60 und 65 Jahre Zugehörigkeit und hatte dazu Markus Brinkmann aus dem Niedersächsischen Landtag als Gastredner gewinnen können. Brinkmann ist selbst ver.di Mitglied und veröffentlicht als sogenannter "gläserner Abgeordneter" sämtliche Einkünfte auf seiner Homepage und gewährt in seinem Büro Einblicke in seine Steuererklärung. Transparenz gehört zu seinen höchsten Maximen.

    In einer flammenden Rede dankte er den Jubilaren für ihr jahrelanges Engagement und ihre Mitgliedschaft in der Gewerkschaft. Ohne sie, so Brinkmann, wären die sozialen und wirtschaftlichen Erfolge Deutschlands nicht möglich gewesen. Die Jubilare seien über Jahre die Stütze der gewerkschaftlichen Arbeit gewesen und könnten stolz auf die Leistungen sein, die sie mit ihrer Gewerkschaft erzielen konnten.

    "Ohne Gewerkschaft gäbe es heute keinen Sozialstaat und keine wirkliche Demokratie", so seine These. Gewerkschaften, so Brinkmann, seien nicht der "Balast für den Wirtschaftsstandort Deutschland", sondern die Basis für wirtschaftlichen Erfolg!

    Die betriebliche Mitbestimmung der Mitarbeiter habe sich bewährt: "Ohne Mitbestimmung gibt es keine soziale Marktwirtschaft und ohne soziale Marktwirtschaft gibt es keinen sozialen Frieden", gab Brinkmann den ver.di Mitgliedern mit auf den Weg.

    Brinkmann schlug auch eine Brücke zur aktuellen Politik, bezog Stellung zu energiepolitischen Fragen und forderte verlässliche Rahmenbedingungen bei industriepolitischen Entscheidungen. Die Menschen, so Brinkmann, müssten spüren, dass technischer Fortschritt auch eine soziale und ökologische Weiterentwicklung bedeutet.

    Hart ins Gericht ging er mit Leiharbeitsfirmen. Der Zweck der Leiharbeit, Auftragsspitzen abzufedern und Personalengpässe in besonderen Situationen zu überwinden, gelte längst nicht mehr: "Leiharbeit wird hunderttausendfach missbraucht", so Brinkmann. Dies spalte Belegschaften, schädige das soziale Gefüge und eine politische Kurskorrektur sei längst überfällig. "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" müsse wieder als Grundsatz gelten. Demografischer Wandel und seine Herausforderungen, Bildungsnotstand, der Abschwung der FDP ("mein Mitleid hält sich dafür in Grenzen!", so Brinkmann)und der Aufwind der NPD bei jungen Menschen waren weitere Themen Brinkmanns, der dann zusammen mit dem Gewerkschaftssekretär Michael Franz aus dem Bezirk Hannover-Leine-Weser Hermann Kuhfuß für 66 Jahre, August Gellermann und Karl Lorenz für 61 Jahre, Günther Steding und Herbert Biesemeier für 60 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit ehren konnte. 50 und 51 Jahre in der Gewerkschaft sind Rolf Graebe, Heti Kruhl, Wilhelm Wehrhahn, Horst Zeise, Willi Bredemeier, Dieter Hanke, Fritz Kuhlmann, Günther Möller, und Wilfried Sprenger. Über die Ehrung für 40 und 41 Jahre konnten sich Horst Jaroschewitz, Friedel Wichmann, Axel Witt, Elisabeth Fischbeck, Heinrich Requardt, Wolfgang Gudszend, Eckhard Nagel, Bernd Schneider, Erna Dehnst, Friedrich Gerber und Uwe Nagel-Kuhlmann freuen. Weitere Jubilare wurden für 25 und 26 Jahre Gewerkschaftstreue ausgezeichnet.Foto: ste

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