1. Das größte Kunstwerk aller Zeiten findet Gehör

    Musiktage mit Bachs H-Moll-Messe eröffnet

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    RINTELN (km). "Die H-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach ist das größte musikalische Kunstwerk aller Zeiten und Völker" - so hatte Dirigent Wolfgang Westphal im Vorfeld den Schweizer Komponisten und Musikverleger Hans Georg Nägeli (1818) zitiert, der die Messe 85 Jahre nach dem Tode Bachs als erster wieder herausgab.

    Selbst solche Zeitgenossen, die mit Superlativen eher sparsam umgehen, könnten bei der Eröffnung der Rintelner Musiktage möglicherweise zugestimmt haben. Gleich nach den ersten Takten der "Missa" an zeigte sich das Publikum sichtbar beeindruckt. Und eigentlich spottet die geniale, kaum zu beschreibende Harmonik auch jeder Kritik - und erst recht jeder Analyse.

    Gelobt werden darf die Präzision, mit der Wolfgang Westphal die auf historischen Instrumenten spielende Hannoversche Hofkapelle anleitete und mit den Chören und den Solisten zu einem homogenen Klangkörper verwob. Schade nur, dass ein paar Plätze in der fast ausverkauften Kirche leer blieben. Andernfalls hätten am Ende einige Musikfreunde mehr verifizieren können, ob sie gerade das "größte musikalische Kunstwerk aller Zeiten und Völker" gehört haben.

    Tatsache bleibt, dass Johann Sebastian Bach 50 Jahre nach seinem Tod schon fast vollkommen vergessen war. Und der Schweizer Hans-Georg Nägeli war der erste, der im Jahr 1001 das "Wohltemperierte Klavier" wieder auflegte. Fast 30 Jahre sollte es noch dauern, bis der 20-jährige Felix Mendessohn Bartholdy 1829 mit der ersten Aufführung der Matthäus-Passion die sogenannte "Bach-Renaissance" einleitete. Foto: km

    Bild_02: Viel Arbeit gab es bei der Aufführung für den RIAS-Kammerchor und den Schaumburger Oratorienchor

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