1. Ein Darlehen gleicht das Minus aus

    Mit einjähriger Verspätung entscheidet der Gemeinderat über einen Kredit von 100 000 Euro

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    POHLE (al). Erst gut ein Jahr nach der grundsätzlichen Entscheidung, den Ausbau des Gewerbegebiets "Masch" über eine weitere Verschuldung zu finanzieren, hat der Rat der Gemeinde Pohle ein Darlehen über 100.000 Euro aufgenommen. Die Gründe für die Verspätung erläuterte Gemeindedirektor Uwe Heilmann: Pohle hat damit einfach "Geld gespart". Da die Gemeinde sparsam mit dem Steueraufkommen umgehe, habe sie die jüngsten Investitionen zunächst aus eigener Kraft und über einen samtgemeindeinternen Kassenkredit abgewickelt.

    Das ist seit Jahren Praxis: Die Mitgliedsgemeinden stellen gegen Zinszahlung ihre Rücklagen bei Bedarf gegenseitig zur Verfügung. Das war bislang günstiger als ein Darlehen von der Bank. Doch inzwischen sei, wie Heilmann erläuterte, "ein weiterer Verfall auf dem Kapitalmarkt" eingetreten. Deshalb wäre nun der richtige Zeitpunkt, einen Bankkredit in Höhe von 100 000 Euro mit einer Zinsfestschreibung von drei Prozent auf zehn Jahre bei einer Tilgung von zwei Prozent in Anspruch. Der Rat folgte ihm einstimmig.

    Heilmann führte weiter aus, dass die Gemeindekasse derzeit ein Minus von 52 000 Euro aufweise und weitere verpflichtende Ausgaben bis zum Jahresende zu erwarten seien. Den aktuellen Darlehensstand der Gemeinde bezifferte er nach einer Anfrage von Ratsherrn Hans-Werner Kühnel (SPD) auf rund 60 000 Euro, die nun um den neuen Kredit aufgestockt würden.

    Der Gemeindedirektor zeigte sich zuversichtlich, eine gute Jahresrechnung aufstellen zu können: Die Entwicklung der Einkommensteuer verlaufe ebenso günstig wie die der Gewerbesteuer. "Pohle aber muss sich rüsten", verlangte er weitere finanzielle Zurückhaltung: "Wenn das Land die Ortsdurchfahrt einmal ausbauen will, muss die Gemeinde bei Bürgersteig und Radweg in Leistung treten."

    Heilmann wollte die Sanierung in absehbarer Zeit nicht völlig ausschließen: "Es sind doch bald wieder Landtagswahlen; da wird doch viel versprochen."

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