RODENBERG (pd). Wenn am kommenden Donnerstag, 10. November, im Rodenberger "Ratskeller" die konstituierende Sitzung des neu gewählten Rates über die Bühne geht, könnte es noch einige Überraschungen geben. Das glauben zumindest der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Märtens und sein Stellvertreter Hans-Dieter Brand.
Vor allem bei der Frage, wer welche Ausschüsse für sich beanspruchen kann (und will) und wer diese führt. Klarheit schafft Brand mit seiner Aussage, sich auch bei wenig Aussicht auf Erfolg der Bürgermeisterwahl zu stellen. "Das ist für mich einfach eine Frage der politischen Glaubwürdigkeit", bekräftigt Brand. Als aussichtsreichster Kandidat gilt aber wohl Ralf Sassmann von der Wählergemeinschaft Rodenberg (WGR).
Insgesamt verfügt die SPD im Rodenberger Rat über acht Sitze. Im wichtigen Verwaltungsausschuss büssten die Sozialdemokraten einen Sitz ein. Sie sind dort nur noch mit zwei Beigeordneten vertreten. "Darüber sind wir natürlich nicht begeistert. Aber wir bleiben als einzige Partei eigenständig und haben so die Chance, uns und unseren Zielen treu zu bleiben", beschreiben Märtens und Brand die neue Ausgangslage.
Märtens, neu gewähltes Ratsmitglied und gleich als Fraktionsvorsitzender mit einem wichtigen Amt betraut, kann sich bei der Einarbeitung in die Sachlagen auf die Unterstützung durch seinen Stellvertreter Brand verlassen. Brand hat zugunsten seiner Tätigkeit als SPD-Fraktionsvorsitzender in der Samtgemeinde Rodenberg sein Amt an Märtens abgetreten. Wie Märtens es in einem Pressegespräch ausdrückte, wolle er sich auf die Erfahrung der langjährig tätigen Ratsvertreter in den eigenen Reihen stützen und die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen.
Brand sieht den Generationswechsel in der Rodenberger SPD-Ratsfraktion für gelungen an. "Wir wollten auch Jüngere ins Spiel bringen". Im Verwaltungsausschuss hat Uwe Märtens aufgrund seines Amtes als Fraktionssprecher einen Sitz sicher. Dazu wurde Henning Kommerein nominiert.
Gerne würde die SPD beim Ausschuss Jugend, Kultur, Sport und Heimatpflege den Vorsitz stellen. "Catrin Döpke hat da gute Arbeit geleistet", lobt Brand, der zusammen mit Renate Volk hier auch mitarbeiten möchte. In den Bau-, Planungs- und Gewerbeausschuss wollen sie Anja Niedenzu, Dieter Leistikow und Renate Volk entsenden. Der Wege- und Umweltschutzausschuss kann von SPD-Seite mit Anja Niedenzu, Catrin Döpke und Henning Kommerein besetzt werden.
Nach Wissen von Brand und Märtens strebt die CDU eine andere Aufteilung bei den Ausschüssen an. "Wir sehen das nicht so", erklärt Brand. Wenn es nach den Sozialdemokraten gehe, soll vor allem der Jugendausschuss unangetastet bleiben. "Wir haben der CDU signalisiert, dass wir gerne diesen Ausschuss leiten würden und dem ist nicht widersprochen worden", erinnert sich Brand. "Wir wollen das Thema Sozialarbeiter auf Stadtebene einbringen", ergänzt er dazu. Bei der Frage nach weiteren inhaltlichen Themen der Rodenberger SPD in der kommenden Wahlperiode kommen die Stichworte "Leerstände an der Langen Straße", "Wirtschaftsförderung"; "Rewe-Markt", "Verkehrskonzepte" und "Schnelle Internet-Verbindung".