1. Eine grandiose Sinfonie

    Wolfgang Westphal dirigiert Tschaikowsky und Mozart

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    RINTELN (km). "Eine grandiose Sinfonie, die den Schlußstein meines ganzen Schaffens bilden soll" - so hatte Peter Tschaikowsky seine Sechste vor rund 120 Jahren selbst bezeichnet. Und in der Tat waren beim Konzert in der Nikolai-Kirche über 400 Musikfreunde begeistert von dem großen "Kino", das ihnen vom Göttinger Symphonie Orchester unter der Leitung von Wolfgang Westphal dargeboten wurde.

    Das "Grandiose" wurde allenthalben immer deutlicher - und mit dem "Schlußstein meines ganzen Schaffens" behielt der Meister aus Sankt Petersburg tragischerweise auch Recht: Nur eine Woche nach der vom ihm selbst dirigierten Uraufführung der "Pathétique" verstarb Tschaikowsky plötzlich aus bis heute noch ungeklärter Ursache im Alter von nur 53 Jahren.

    Tatsächlich scheint die Symphonie das ganze Leben des Komponisten widerzuspiegeln - vom gemächlich, fast düster beginnenden ersten Satz, der mählich an Schwung gewinnt und schließlich bald kecke Lebenslust vermittelt, über den zweiten Satz im ungewöhlichen Fünfviertel-Takt, dem Scherzo im dritten und schließlich dem Finale, das ungewöhnlicherweise wiederum ins Düstere abgleitet.

    Ursprünglich hatte das Werk eigentlich Programm-Symphonie heißen sollen - was der Komponist später aber wieder verwarf. Dennoch zeigte sich die Zuhörerschaft in der Nikolai-Kirche immer wieder beeindruckt von der Lebendigkeit und Bildhaftigkeit der Musik.

    Was im ersten Teil des Konzerts allerdings nicht so sehr ausgeprägt war: Auf dem Programm stand Mozarts A-Dur-Konzert für Violine und Orchester (KV 219). Im Mittelpunkt der Aufführung stand dabei allein die Solistin: Die preisgekrönte junge finnischen Geigerin Sini Simonen konnte sich bei dem fast maßgeschneiderten Opus immer wieder in Szene setzen und ihre hervoragenden Qualitäten demonstrieren, was vom Publikum am Ende mit anhaltendem Applaus quittiert wurde. Foto: km

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an