RIEPEN (pd). Mehr Einflussnahme wünschen sich die Bürger bei dem Vorhaben, Riepens Ortsmittelpunkt anders zu gestalten. Nachdem in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Stadt Bad Nenndorf der beauftragte Stadtplaner Rainer Hobigk seine Vorstellungen über Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung des Wehrweges und der Umgestaltung der Einmündung in die Riepener Straße präsentiert hat, machte sich bei den zahlreichen Zuhörern Unmut breit.
Nach einer angeregten Aussprache über das Thema einigte sich die Politik darauf, eine Entscheidung vorerst auf Eis zu legen und die Bürger offensiver in die Planungen mit einzubeziehen. "Das passt vorne und hinten nicht", ereiferte sich Ernst-August Gehrke in der Fragestunde für Einwohner, nachdem Hobigk seinen aktuellen Vorentwurf präsentiert hatte. Und Gehrke legte noch nach "Warum wurde von dem, was in der Bürgerversammlung erarbeitet wurde, nichts umgesetzt?" Eine Idee des Planers kam überhaupt nicht bei den Zuhörern aus Riehe an. Hobigk wollte die Fahrbahn und die Seitenbereiche mit roten Betonsteinen zupflastern.
"Keiner in Riepen möchte gepflasterte Straßen haben, das ist Mist", brachte es Gehrke als Sprecher der Bürgerrunde auf den Punkt und lieferte auch gleich die Argumente dafür: Eine Asphaltdecke sei eher geeignet, dem landwirtschaftlichen Verkehr ohne Schäden standzuhalten. Und die vom Planer vorgesehene Lösung für die Busse, die im Dorf umständlich rangieren müssen, kam bei den Zuhörern ebenso wenig an. Ein Wendeplatz für die Busse sei unumgänglich, so Gehrke. Und der Wehrweg müsse durchgängig mit in die Planungen einbezogen werden.
Problematisch ist auch, den Bereich vor dem Schmiedegasthaus neu zu pflastern und damit an die Fahrbahn anzupassen. Diese Fläche befindet sich in Gehrkes Privateigentum und müsste für den öffentlichen Verkehr umgewidmet werden, um diese Maßnahme mit Mitteln aus der Dorferneuerung gefördert zu bekommen.
Die Kritikpunkte aus der Bevölkerung veranlasste die Politik, eine Entscheidung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. "Vieles von dem, was ich jetzt gehört habe, kann ich nur unterstreichen. Diese Vorschläge müssen in den Vorentwurf eingearbeitet werden", schlug SPD-Fraktionssprecher Volker Busse vor. Und sein Parteikollege Ralph Tegtmeier erinnerte daran, das "Dorferneuerung-Planung auch Bürgerbeteiligung bedeutet". Die Vorstellungen in Bezug auf den Dorfplatz und den Buswendplatz müssten in den Entwürfen eine Berücksichtigung finden.
Auf Vorschlag von Erwin Biener von der Wählergemeinschaft Nenndorf (WGN) soll jetzt in einer kleineren Runde unter Einbeziehung engagierter Riepener Bürger mit Planer Hobigk über Lösungen nachgedacht werden. Dann sollen in einer weiteren Bürgerversammlung "Nägel mit Köpfen" gemacht werden.
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