1. Entlastungsstraße ist "total verrückt"

    Grüne kritisieren Verschwendung von Steuermitteln

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    RINTELN (km). "Wir bauen eine Straße, die wir nicht brauchen, mit Geld, das wir nicht haben - das ist absolut verrückt." So fasste Ortsratsmitglied Gerhard Helmhold auf der letzten Stadtverbandsversammlung der Rintelner Grünen die einhellige Meinung der Anwesenden zusammen.

    Helmhold hatte zuvor mehrere Gründe für den Ausstieg aus dem Projekt innerörtliche Entlastungsstraße vom Einkaufszentrum Nord zur Konrad-Adenauer-Straße vorgetragen. Die könne nur mit geliehenem Geld gebaut werden. Auf den künftigen Unterhaltungskosten der Straße sowie den Schulden und Zinszahlungen bliebe dann eine schrumpfende Bevölkerung sitzen.

    Hinzu komme, dass es einem aktuellen Szenario des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung zufolge im Jahre 2050 nur noch 250 Autos auf 1000 Einwohner geben werde. Heute seien es mehr als doppelt so viele. Hintergrund der Prognose seien unter anderem Trends wie der Bevölkerungsrückgang, stark steigende Energie- und Verkehrskosten, einem Wertewandel in Bezug auf das Auto sowie ein weiter steigendes Umweltbewusstsein.

    Dazu Gerhard Helmhold: "Eine so genannte Entlastungsstraße bei langfristig sinkendem Verkehrsaufkommen für 3,2 Millionen zu bauen, ist eine Verschwendung von Steuermitteln und hat gute Chancen auf einen Eintrag in der Hitliste der unsinnigsten öffentlichen Bauprojekte des Steuerzahlerbundes."

    Selbst die zum Projekt vorliegende Verkehrsuntersuchung der Firma SHP Ingenieure unterstütze die These, dass die Straße keinen Sinn mache. So sei von den Verkehrsplanern aufgrund einer Querschnittszählung mit Kennzeichenerfassung ermittelt worden, dass sich auf den zu entlastenden Straßenabschnitten der Bahnhofstraße und der Konrad-Adenauer-Straße zu rund 80 Prozent "Ziel- und Quellverkehr" bewege. "Das bedeutet im Klartext," so Helmhold, "dass der überwiegende Anteil des Verkehrsaufkommens darauf beruht, dass eine große Anzahl an Fahrzeugen die an diesen Straßen anliegenden Einrichtungen anfährt oder in einmündende Straße abbiegt. Wen oder was die Entlastungsstraße dann eigentlich entlasten soll, bleibt aufgrund der Untersuchungsergebnisse absolut schleierhaft." Obwohl der alte Bau- und Stadtentwicklungsausschuss in seiner Sitzung am 20. September gegen die Stimmen von WGS und Grünen die Weiterverfolgung der Entlastungsstraßenplanung beschlossen habe, so Helmhold, habe das nur geringe Bedeutung.

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