1. Die angespannte Situation ist mit Händen zu greifen

    Niemeier kritisiert Stationsschließungen und Personalkürzungen

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    RINTELN (ste). In ungewohnt deutlicher Form kritisiert Hans-Jürgen Niemeier als Vorsitzender des Ver.di-Ortsvereins Rinteln die Geschäftspolitik im Klinikum Schaumburg, Krankenhaus Rinteln: "Wer die Aussagen des Klinikum Geschäftsführers Christian in einem Artikel liest, bemerkt eine gewisse Hilflosigkeit bei den jetzt getroffenen Maßnahmen: Sofortige Schließung der zentralen Aufnahme und Verteilung dieser Funktion auf die noch wenigen offenen Stationen und die Schließung der stationären Gynäkologie mit Beginn des kommenden Jahres!" Diese Maßnahme, so Niemeier, werde zwangsläufig auch Auswirkungen auf die Chirurgie haben. "Die vom Geschäftsführer genannte Zahl von noch vorhandenen 100 Krankenhausbetten wage ich in Anbetracht der noch offenen Stationen in Zweifel zu ziehen!" Nicht vergessen werden dürften in diesem Zusammenhang auch die bereits in der Vergangenheit getroffenen Stationsschließungen mit entsprechendem Personalabbau, so Niemeier: "Der Geschäftsführer nennt dabei selbst eine Zahl von 130 Personen. Die Frage ist sicher erlaubt, ob darüber hinaus nicht erhebliche Personalverschiebungen in andere Häuser stattgefunden haben!"

    Niemeier selbst hat im Krankenhaus Rinteln Beobachtungen gemacht, die seiner Meinung nach in hohem Maße zynisch sind: "Das Krankenhaus selbst macht am Freitagnachmittag eigentlich den Eindruck, als ob es den Betrieb schon eingestellt hätte. Das verwundert auch nicht, weil die diversen angesiedelten Arztpraxen naturgemäß um diese Zeit nicht mehr besetzt und somit auch nicht frequentiert sind. Wenn man dann allerdings auf die wenigen noch offenen Stationen im 1. Und 2. Stock kommt, kann man Personal im Laufschritt erleben, sichtlich bemüht, den vorhandenen Stress nicht die Patienten und Besucher merken zu lassen. Das gilt gleichermaßen für Ärzte wie Pflegepersonal. Für Außenstehende, die sehenden Auges durch diese Stationen gehen, ist die angespannte Situation mit Händen zu greifen. Die getroffenen Maßnahmen sind offensichtlich ausschließlich unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten entschieden worden. Die Menschen bleiben auf der Strecke!" Niemeier rät daher den noch verbliebenen Beschäftigten des Krankenhauses, unter diesen Bedingungen dringend und rechtzeitig Überlastungsanzeigen abzugeben, weil ansonsten mehr oder weniger zu erwartende Fehler auch noch von diesem Restpersonal verantwortet werden müssten: "Es ist zu fragen, ob vielmehr unter solchen Bedingungen der Weiterbetrieb des Krankenhauses überhaupt noch im Interesse der Patienten bzw. im Sinne der Rintelner Bevölkerung ist. Auch die Beschäftigten haben einen Anspruch auf die Fürsorgepflicht ihres Arbeitgebers!"

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