WIEDENSAHL (em). Die Volkshochschule Schaumburg hat in Zusammenarbeit mit dem Geburtshaus die Wilhelm-Busch-Akademie ins Leben gerufen, um den vielseitigen Künstler und sein Werk in Vorträgen und Lesungen kennenzulernen. Um sein Werk auf kreativ-sinnlichen Weise erleb- und erfahrbar zu machen, bieten die beiden Malerinnen Gudrun-Sophie Frommhage und Antje Langner eine Wochenend-Workshop-Reihe an. Unterstützt werden sie dabei von der Erfurter Illustratorin und Grafikerin Uta Melletat. Teilnehmer können sich in den Bereichen Illustration, Radierung (Tiefdruck-Technik) und Malerei mit dem vielschichtigen Werk Buschs auseinandersetzen und dabei eigene bildnerische Ausdrucksformen finden. Im Workshop "Liebe – sagt man schön und richtig" entsteht ein Künstlerbuch, das durch Fadenbindung seine geschlossene Form erhält. Die Kursleiterin Uta Melletat greift auf Gedichte von Wilhelm Busch zum Thema Liebe zurück. Im Vordergrund der künstlerischen Arbeit steht in diesem Kurs die Papiercollage. Das Papiermaterial, gefunden in Zeitschriften und Magazinen führt zu ungewöhnlichen illustrativen Ideen und wird durch die Tuschezeichnung ergänzt. Zeichnerische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. "Julchen, Max und Co", so der Titel des Radierworkshops den Gudrun-Sophie Frommhage anbietet. Um seine Bildergeschichten zu vervielfältigen hat Wilhelm Busch die Drucktechnik verwendet. Entstanden sind Bilderbögen in hoher Auflage, unterhaltsam und humorvoll mit alten Bekannten wie "Max & Moritz", "Julchen" und "Plisch & Plum". In dem dreitägigen Kurs wird die Radierung - eine Tiefdrucktechnik erlernt. Dabei ist Wilhelm Busch der Ideengeber. Begonnen wird mit der Kaltnadeltechnik, die durch ihre harten Spuren eine archaische, den Zufall einbeziehende Linienführung erlaubt. Je gröber das zu führende Werkzeug, umso unkontrollierter und dadurch spannender der Ausdruck. Farbigkeit tritt dabei in den Hintergrund. Die Strichätzung wird im zweiten Schritt erklärt, ihr folgt das Erlernen der Flächenätzung, auch Aquatinta genannt. Hier kommt dann Farbe ins Spiel. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Busch ist weltweit bekannt geworden durch die sieben Bubenstreiche von "Max & Moritz". Neben mehr als 100 Bildergeschichten hat das Multitalent auch viele Ölgemälde, Naturzeichnungen und Gedichte hinterlassen. Der Auftakt zum Wochenend-Seminar "Rotjacke und Weißkleid" ist der Besuch der Ausstellung "Das Rotjackenprinzip" im Wilhelm-Busch-Geburtshaus. Im Sonderausstellungsraum des Museum sind Ölgemälde von Busch zu sehen, in denen Personen mit roten Jacken auftauchen. Schwerpunkt dieses Kurses ist jedoch das eigene künstlerische Arbeiten, dabei wird die bildkompositorische Idee der "Rotjacke" aufgegriffen und auf eigene Landschaftsmotive in Acryltechnik übertragen. Es ist geplant, die Arbeiten aus den Wochenend-Workshops im Februar 2012 im Wilhelm-Busch-Geburtshaus in Wiedensahl auszustellen.
Zu buchen sind alle nebenstehenden Workshops über die Volkshochschule Schaumburg unter 05721/7870.