OHNDORF. Auf Initiative des Lehrers Bernhard Rohrmann und auf Anregung des damaligen Landrats Ditfurt gründeten 16 Ohndorfer Männer 1911 den Männerturnverein (MTV) Ohndorf "zur Pflege von Leibesübungen und zur Förderung von vaterländischer Gesinnung". Erster Vorsitzender wurde Heinrich Wille (Nr. 8). Wilhelm Wente (Nr. 12) stand ihm als Stellvertreter zur Seite.
Ein Jahrhundert ist seit der Gründungsversammlung vergangen und der MTV Ohndorf hat anlässlich des Jubiläums eine umfangreiche und äußerst informative 28 Seiten umfassende Chronik aufgelegt, verfasst vom Vereinsvorsitzenden Bodo Lattwesen.
Gleich nach Gründung tritt der größte Teil der Ohndorfer Bauern dem neuen Verein bei.
Ein lebhafter Übungsbetrieb setzt ein. Nach und nach werden erste Turngeräte beschafft und die Ohndorfer beteiligen sich mit gutem Erfolg an Wettkämpfen.
Nach dem Ende des 1. Weltkrieges ist es wieder Lehrer Rohrmann, der sich die Wiederbelebung der Vereinsaktivitäten zur Aufgabe macht.
Der Verein erlebt einen neuen Aufschwung, sogar ein Spielmannszug wird ins Leben gerufen. Die Leichtathletik wird als ein weiteres sportliches Standbein im Verein eingerichtet und schon bald zieren Ohndorfer Namen die Siegerlisten bei Wettkämpfen wie beispielsweise beim Bezirksturnfest in Sachsenhagen, wo Heinrich Schweer den Sieg im Zwölfkampf erzielt - einem Wettbewerb, der sich aus leichtathletischen und turnerischen Übungen zusammensetzte. 1923 wird das Schlagballspiel in den Kanon der sportlichen Aktivitäten aufgenommen. 1931 kommt das Handballspiel dazu. Bevor 1936 ein erster Sportplatz etwas außerhalb des Dorfes in Richtung Hohnhorst eingerichtet werden kann, wird zunächst abwechselnd auf Wiesen gespielt. Schon bald beteiligt sich der Verein an Punktspielen und der Handballsport wird im Laufe der Jahrzehnte die dominierende Sportart im Verein.
Schon bald nach Ende des 2. Weltkrieges wird wieder ein Neuanfang gewagt.
Bereits im November 1945 kommt es auf Einladung des Lehrers Wolff zu einem ersten Treffen. Konrad Meier (Nr. 41) übernimmt die Führung des Vereins und der Turn- und Handballsport wird wieder aufgenommen. Der Aufschwung nach den Schreckensjahren des Krieges ist enorm. Es entwickelt sich rasch ein reges Vereinsleben. Viele der im Ort jetzt ansässigen Flüchtlingen treten dem MTV bei.
Zu Beginn der fünfziger Jahre wird ein neuer Sportplatz in unmittelbarer Nähe des Dorfes eingeweiht - dort, wo sich die Sportstätte auch heute noch befindet. 1953 wird die Tischtennissparte ins Leben gerufen.
Jahrzehntelang diente der Turn- und Festsaal im Vereinslokal Alter Krug bei Wirt Otto Wüstenfeld als Sportstätte. 1993 wird die über 100 Jahre alte Gaststätte geschlossen, der Übungsbetrieb in die Alte Schule verlagert, bevor nur wenige Jahre später mit einem Ohndorfer Kraftakt sondergleichen die Mehrzweckhalle gebaut und eingeweiht wird. Deren Bau wird mit keinerlei öffentlichen Mitteln gefördert. Lediglich die Muskelkraft der Ohndorfer und ein beachtliches Spendenaufkommen helfen, das ehrgeizige Projekt zu verwirklichen.
Davon profitiert der Sportbetrieb ungemein. Neue Sparten werden gegründet, andere bauen ihr Angebot aus.
Der Handballsport hatte seinen Zenith jedoch bereits überschritten. 1986 endet die 55 Jahre andauernde Selbstständigkeit der Ohndorfer Sparte. Nachwuchsmangel und eine drohende Einstellung des Spielbetriebs veranlasst die Ohndorfer zur Gründung der Handballspielsgemeinschaft Ohndorf/Riepen. Die Beteiligungen an der Jugend- und der Handballspielgemeinschaft Nordschaumburg wenige Jahre später sind weitere Schritte, um den Handballsport im MTV Ohndorf am Leben zu erhalten. Foto: privat