1. Denkmalgeschütztes Gebäude wird von 70 Pfählen und einer Stahlplatte getragen

    AOK feiert mit einem "Tag der offenen Tür" Wiedereröffnung an der Bahnhofstraße

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    RINTELN (km). Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten ist die AOK jetzt zurück in ihrem Domizil an der Bahnhofstraße 3. Die Wieder-Eröffnung wurde am vergangenen Sonntag mit einem bunten "Tag der offenen Tür" gefeiert. AOK-Regionaldirektorin Kristin Severin konnte im Rahmen einer kleinen Feierstunde zahlreiche Gäste begrüßen - darunter ihre Vorgänger, Dieter Hanke und Wolfgang Klein sowie Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz und den Stadtbaudezernenten Reinhold Koch.

    Während der Bauphase, erinnerte Kristin Severin, habe die AOK dank der Unterstützung der Stadt Rlnteln im Emerten ein ideales Übergangsdomizil gefunden. Alle 38 Mitarbeiter hätten dort die Versicherten weiterhin persönlich und umfangreich betreuen können.

    Das jetzt wieder bezogene Haus an der Bahnhofstraße 3 hatte die AOK bereits im Jahr 1927 erworben. Das dreistöckige Gebäude, das heute unter Denkmalschutz steht, war im Jahr 1876 erbaut worden und diente zunächst als Logierhaus für Studenten des Rintelner Technikums. 1949 und 1962 hatte die AOK das Haus im hinteren Grundstückbereich erweitert. Im Laufe der Jahre forderte dann die Natur Tribut: Weil das Gemäuer auf dem unebenem und weichem Boden, über den früher ein alter Arm der Weser floss, stark absackte und in eine diagonale Schieflage von fast 25 Zentimeter geriet, waren umfangereiche Sanierungsmaßnahmen bald dringend vonnöten.

    "Die fast dreijährige Hebungs- und Renovierungsphase beinhaltete dabei so manche Überraschungen, die immer wieder zu Verzögerungen beitrugen," erinnert sich Kristin Severin. Im gesamten Keller wurde eine neue 50 Zentimeter starke Stahlbetonplatte gegossen und mit den Wänden verbunden. Danach wurden 70 Pfähle, an zuvor statisch berechneten Punkten, in den Boden getrieben, bis man auf einen tragfähigen Untergrund traf. Die Gesamtlänge der 70 Pfähle entspricht mit 690 Metern etwa der Entfernung zwischen dem AOK-Gebäude und dem Rathaus. Die einzelnen Pfähle mussten dabei durch zahlreiche, oft unregelmäßig verlaufende organische Schichten gebracht werden, bis sie auf den Kiesboden stießen, auf dem das Haus jetzt sicher steht. Anschließend wurde das komplette Gebäude wie auf einem Tablett computergssteuert mit Hydraulikkraft angehoben. Im Anschluss an die Hebung des Hauses erfolgten die erforderlichen Sanierungsarbeiten und die Ausbauarbeiten im Innenbereich. -

    Das AOK-Haus an der Bahnhofstraße habe sich den Einwohnern der Stadt in den letzten Monaten komplett im Baugerüst gezeigt. "Das gehört nun der Vergangenheit an," so Kristin Severin, die die erforderlichen Investitionen auch als "Bekenntnis zum Standort Rinteln" determinierte.

    Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz betonte in seinem Grußwort, dass mit der Umbaumaßnahme der Wandel von einem ursprünglichen Kassenbüro zu einem modernen Servicezentrum endgültig und nachhaltig vollzogen sei - und somit auch die Stadt Rinteln als Dienstleistungsstandort stärke. Bereits 1926 sei mit dem Kauf des Wohnhauses aus der Gründerzeit (zum Preis von 42.000 Reichsmark) und der Einrichtung der Verwaltung der Standort festgelegt, der bis zum heutigen Tage Bestand haben sollte. Durch die neuerliche Modernisierungsmaßnahme seien weit über die damaligen Erwerbskosten hinaus Investitionen zum Erhalt eines "regional nicht alltäglichen und für die Stadt Rinteln städtebaulich bedeutsamen Gebäudes" getätigt worden.

    Besonders dankbar zeigte sich Buchholz darüber, dass es mittels einer "nicht ganz alltägliche Rettungsaktion" gelungen sei, "einen historischen Massivbau im Neostil der italienischen Renaissance in seiner Ursprünglichkeit der Nachwelt zu erhalten." Das Bauvorhaben sei in seinen Dimensionen und den technischen Anforderungen zum Erhalt des Gebäudes nur noch vergleichbar mit der von der Stadt im Rahmen der Altstadtsanierung durchgeführten Sanierung des Ratskellers.

    Beim "Tag der offenen Tür" konnte sich am Sonntag neben den geladenen Gästen jedermann ein Bild von dem frischen Büro-Gebäude machen. Besonders bedankte sich Kristin Severin für die Geduld der Nachbarn während der Bauphase. Für die Besucher gab es nicht nur Kaffee und Kuchen sondern auch ein unterhaltsames Rahmenprogramm. Auch die kleinen Gäste kamen auf ihre Kosten: Unter anderem konnten sie sich schminken lassen und anschließend bei einem Fotoshooting präsentieren. -

    Die AOK betreut im Weserbergland 92.500 Versicherte. Mit insgesamt 2,4 Millionen Kunden ist die Gesundheitskasse Marktführer In Niedersachsen. Das Servicezentrum in Rinteln ist künftig montags, dienstags und freitags von neun bis 17 Uhr geöffnet, mittwochs von neun bis 13 Uhr sowie donnerstags von neun bis 18 Uhr.

    Foto: km

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