1. Altstadtsperrung könnte Abhilfe schaffen

    Von 22 bis 7 Uhr keine Autos / Burghofklinik hat wegen des Straßenlärms immer weniger Privatpatienten

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    RINTELN (ste). Die Burghofklinik in der Ritterstraße ist ein Familienunternehmen mit großer sozialer Verantwortung für ihre Mitarbeiter und für die Stadt Rinteln. Diese Botschaft überbrachte der Leiter der Klinik, Chefarzt Dr. Axel Weibezahl, jetzt an die Mitglieder der SPD-Fraktion, die die Einrichtung besuchten. Schon von außen kann man erkennen, dass Rinteln froh sein kann, eine solche gut gehende Klinik in dem historischen Gebäude untergebracht zu haben.

    Für einen Privatmann wäre das Haus und das Grundstück kaum zu unterhalten. Die Stadt Rinteln unterstützte daher auch die Sanierung der Mauer zur Krankenhäger- und Ritterstraße. Doch die Burghofklinik plagen Sorgen. Immer weniger Privatpatienten kommen hierher. Doch die sind es, die mit ihren Beiträgen die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Hauses sichern helfen. Von 2007 bis heute gab es einen Rückgang von zwölf auf sechs Prozent der Patienten. Und Dr. Axel Weibezahl hat dafür auch eine Ursache durch Befragungen ergründen können: "Der Straßenlärm und die schnell vorbeifahrenden Fahrzeuge lassen unsere Zimmer zum Teil vibrieren!" Grund genug für einige Patienten, Geld von der Klinik zurückzufordern. Dabei ist es auch Geld, das dem Wirtschaftsraum Rinteln entzogen wird, denn die Burghofklinik setzt bei allen Ausgaben auf heimische Unternehmen. Die Klinik wurde 1960 gegründet und verfügt heute über ein gut verzweigtes Netz von Häusern. 2005 wurde eine Institutsambulanz eröffnet, 2007 eine psychosomatische Abteilung mit 35 Betten, die 2011 um weitere elf Betten erweitert wurde. Ebenfalls im letzten Jahr konnte ein neues Therapiehaus in Aerzen am "Berghaus" eingeweiht werden. Ein Antrag auf Einrichtung einer Tagesklinik in Stadthagen steht noch aus. Die Warteliste für Patienten für die Burghofklinik ist lang: "Zu lang!" wie Dr. Weibezahl meint, denn es komme auch zum schlimmsten aller Fälle, dass sich Patienten in Warteposition suizidieren, bevor sie behandelt werden können. Mit einem hervorragenden therapeutischen Ansatz will man in der Klinik versuchen, die Standortnachteile auszugleichen. Lärmschutzmaßnahmen, so hat die Klinik bereits ermittelt, sind zum Teil in dem historischen Gemäuer allein schon aus statischen Gründen nicht möglich. Deshalb erhofft sich die Klinikleitung die Umsetzung des vom Verkehrsplaner vorgeschlagenen Konzeptes in der zweiten und dritten Stufe. Eine Sperrung der östlichen Altstadt, vielleicht auch zeitlich ab 22 Uhr befristet, könnte Abhilfe schaffen. Foto: ste

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