BAD NENNDORF. In Anwesenheit zahlreicher Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung sowie etlicher Familien mit Kindern wurde das Haus 4 der Integrativen Kindertagesstätte in der Bahnhofstraße gerichtet. Als Träger der 2,6 Miollionen Euro teuren Einrichtung fungiert die Paritätische Lebenshilfe Schaumburg - Weserbergland (PLSW), als Kostenträger die Samtgemeinde Nenndorf.
PLSW - Geschäftsführer Manfred Seller eröffnete die Veranstaltung unter Anspielung auf das äußere farbige Erscheinungsbild der bereits fertiggestellten Gebäude mit den Worten, "Bad Nenndorf ist bunt, Bad Nenndorf wird bunter." Er wisse, dass es zur Farbgestaltung kritische Stimmen in der Öffentlichkeit gebe und dass das Gebäude polarisiere. "Das war uns von vornherein klar," sagte er. Seller verzichtete darauf, "wüste Kommentare", wie er es nannte, zu referieren, sondern verwies stattdessen darauf, dass es etliche positive Anmerkungen zum Äußeren des Gebäudes gebe wie beispielsweise "Mal etwas anderes" oder "So einen Kindergarten finde ich gut."
PLSW - Geschäftsbereichsleiterin Franka Stefanski erklärte den verspäteten Beginn und Verzögerungen bei den Bauarbeiten mit "Versorgungsleitungen, von denen wir nicht wussten, dass es sie gab." Mit Hochdruck würden die Arbeiten aber vorangetrieben. Stefanski hofft, dass die Betreuungseinrichtung zum 1. Februar, einen Monat früher als geplant, eröffnet werden kann. Wenn die Einrichtung fertiggestellt sei, fänden Eltern und Kinder hervorragende Bedingungen für gemeinsames Lernen vor. Die PLSW-Mitarbeiterin sprach an, dass von Elternseite integrative Bildung und Betreuung für das Haus gewünscht werde. Die Lebenshilfe wolle versuchen, das zu verwirklichen. Stefanski verwies aber ausdrücklich darauf, dass das ursprüngliche Konzept von einem nicht integrativen Betreuungsansatz ausgegangen sei. Auch könne sie nicht versprechen, ob die Betreuung ganztägig erfolgen könne. Sie regte an, Eltern sollten sich für ein integratives und ganztägiges Konzept in der neuen Kindertagesstätte stark machen. Für Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese ist die neue Kindertagesstätte "ein Riesenschritt in der Bedarfsdeckung und in der Erweiterung des pädagogischen Angebots in der Samtgemeinde", wo nach seinen Worten zukünftig etwa 30 Krippenplätze benötigt werden. Kinder mit und ohne Handicaps fänden in dem neuen Gebäude ein Zuhause vor Ort, so Reese, längere Fahrten zu anderen Betreuungsstätten entfielen. Das Thema farbliche Gestaltung der Gruppenhäuser griff auch Architekt Rainer Messmann auf. Er erklärte die farbliche Gestaltung damit, dass man sich bei der Farbauswahl an den Farben gelb und braun der benachbarten Sporthalle sowie der Farbe rot eines gegenüberliegenden Wohnhauses orientiert habe. Die Farben habe man kräftig gemischt und dazu passende Dachziegel ausgesucht. Insgesamt habe man Wände und Dächer aus "einem Guss" haben und einen "kräftigen Hingucker" schaffen wollen, so der Architekt auf Nachfrage. Bürgermeister Reese erläuterte am Rande, dass das Gesamtkonzept des Projekts inklusive Farbauswahl frühzeitig im Jugendausschuss des Rates der Samtgemeinde sowie im Samtgemeindeausschuss behandelt und verabschiedet worden sei. Außerdem habe die auf dem Gelände noch vor Baubeginn aufgestellte Tafel die Möglichkeit zur frühen Information geboten. Bevor sich Gäste und Bauherren zum Richtfestschmaus niederließen, zerschmetterte Zimmermeister Carsten Harmening nach dem Richtspruch das Schnapsglas auf dem Boden, nicht ohne dem Bau und seinen Bewohnern vorher alles Gute gewünscht zu haben. Dass sich die Kindertagesstätte bereits auf einer Erfolgsspur befindet, zeigen die Anmeldezahlen: Es liegen schon 54 Anmeldungen vor, darunter für 28 Kinder im Alter zwischen ein bis drei Jahren auf die Krippenplätze. Foto: privat